Eingewöhnung in den Kindergarten – Tag 13

Ein weiterer Tag der Eingewöhnung im Kindertag liegt hinter uns. Mittlerweile habe ich ja das Gefühl ich wohne da! Nur die angenehme Version, denn ich kann Kaffee trinken so viel ich will, muss aber später die Tasse nicht abspülen (:

Der Start war wieder etwas holprig. Rebekka ist wieder extrem oft zu meinem Sessel in der Ecke gekommen, obwohl sie beim Ausziehen in der Garderobe offen zu sein schien. Den Morgenkreis macht sie nun schon mehr oder weniger gut mit, was ich erstaunlich finde. Sie schafft es schon die Hälfte auf ihrem Sitzkissen sitzen zu bleiben und den Aktivitäten, Geschichten und Liedern zu folgen. Dafür, dass sie nichts mitmachen kann, finde ich das schon eine prima Leistung. Das Frühstück klappt dagegen gar nicht mehr. Rebekka scheint sich dort auch schon wie zu Hause zu fühlen, denn sie schnappt sich ihr Brot und fängt an in der Gegend herum zu laufen. Ja, schuldig im Sinne der Anklage, ich sage hier zu Hause dagegen auch nichts, obwohl wir mal wollten, dass die Kinder sitzen.

Schon beim Frühstück konnte man sehen, dass Rebekka heute einfach nichts annehmen wollte, von ihrer Betreuerin. Wenn sie etwas angeboten bekommen hat, hat sie sich direkt umgedreht und etwas anderes gemacht. Oder hat das Brot daneben genommen. Oder sich einfach trinken von einem anderen Kind geschnappt. Das Kind weiß halt nicht nur, was es will, sondern vor allem, was es nicht will! 😀 (In dem Fall eindeutig der Betreuerin Gelegenheit zu geben Kontakt zu ihr aufzunehmen).

Gestern hatten wir ja schon abgesprochen, dass wir heute die Trennung etwas ausweiten wollen. Ich habe mich nach dem Frühstück von Rebekka verabschiedet und habe ihr gesagt, dass ich nun in der Bibliothek arbeiten werde. Fand sie erstmal nicht so gut, aber sie hat nicht geweint, nur gemeckert. Ich war ehrlich gesagt erleichtert, weil ich nicht gehen möchte, wenn sie weint. Wut oder Trauer, ich kann verstehen, dass das unterschiedliche Sachen sind, aber sobald Tränen fließen habe ich das Bedürfnis das Kind nochmal in den Arm zu nehmen und sie zu beruhigen. Aber ich hatte ja schon mal geschrieben: das können ja auch andere Personen übernehmen. Ist halt nicht nur eine Eingewöhnung für das Kind, da muss halt auch die Mama tapfer sein.

Ich weiß gar nicht, wie lange ich draußen war, ich schätze etwa 20 Minuten. Als ich wieder rein kam, saß Rebekka bei der Betreuerin auf dem Schoß und hat sich gefreut mich zu sehen. Es lief anscheinend gut. Rebekka hat sich mit den anderen Kindern Bücher angeschaut, hat auf dem Sofa gesessen, aber auch gespielt. Sie hat sich sofort beruhigen lassen, als ich raus bin. Die Betreuerin meinte auch, was ich schon vermutet habe: die Akzeptanz ist da, sie hat es geschafft, die Situation anzunehmen (auch wenn sie sich natürlich noch etwas wehrt, solange ich da bin). Es geht bei ihr allein um den Moment der Trennung, denn sie nicht möchte, aber liegt der einmal hinter ihr ist es auch gut. Dann ist egal, ob ich 2 Minuten draußen bin oder 20 Minuten (was natürlich auch zum Teil daran liegt, das Kinder in dem Alter noch keinerlei Zeitgefühl haben und das gar nicht einschätzen können).
Sie wehrt sich nicht gegen die Kinder, die Betreuer, oder den Kindergarten an sich, sondern nur gegen diese eine Situation. Das macht es nicht leichter für mich, aber es geht halt nicht anders, ich kann sie nicht zu Hause behalten (sonst würde ich das wohl tun. Auch wenn das für die meisten wohl unvorstellbar, und tatsächlich wahnsinnig anstrengend is,t halte ich kindergartenfreie Erziehung für möglich und manchmal auch sinnvoll. Dann strukturiert man seinen Tag eh ganz anders und die Kinder lernen von Anfang an, dass Mama und Papa nicht die ganze Zeit Unterhaltungsprogramm liefern, nicht mal solange, wie man zusammen in einer Wohnung/ einem Zimmer ist, weil dann alle Aufgaben dann halt mit den Kindern erledigt werden müssen).

Morgen wollen wir die Trennung nochmal ausweiten und dann ist unsere Einwgöhnungswoche auch schon wieder vorbei, da ihre Betreuerin zwei Urlaubstage hat.

Langsam habe ich das Gefühl das wird die weltlängste Eingewöhnung. Schon alleine, weil wir einfach nie dazu kommen, Rebekka tatsächlich einzugewöhnen, immer ist irgendwas im Kindergarten. Zum Glück weiß ich es aus persönlicher Erfahrung besser: ein Jahr Eingewöhnung für 3 Stunden Kindergartenaufenthalt. Alles gut, solange es das nicht topt (:

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Bis morgen,

eure Jenny

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