Eingewöhnung in den Kindergarten – Tag 3

Unsere Reise geht weiter. Heute waren wir das dritte Mal im Kindergarten zur Eingewöhnung und ganz ehrlich: ich wusste heute wirklich nicht, was auf mich zukommen wird. Gestern lief es so unglaublich gut, dass ich mir heute natürlich noch mehr Fortschritte vorstellen konnte. Aber die Nacht war nicht so spitze, Rebekka war sehr unruhig und oft wach, anscheinend hatte sie sehr viel zu verarbeiten. Deshalb war sie heute morgen zum einen sehr müde, keine gute Voraussetzung, und zum anderen wusste ich nicht, ob es ihr nicht doch ein wenig zu viel war.

Angekommen in der Krippe schien Rebekka schon die ersten Abläufe wiedererkannt zu haben: Das Ausziehen an ihrem Gaderobenplatz klappte schon viel besser und angekommen im Raum hat sie sich tatsächlich mit in den Morgenkreis gesetzt. Sie ist dann zwischendurch zwar immer wieder aufgestanden, aber das Prinzip scheint sie verstanden zu haben.

Was ihr sichtlich schwer fiel, war die Unterbrechung ihrer selbst gemachten Rituale und „Gewohnheiten“. Sie hat sich probiert immer wieder auf die gleichen Plätze, wie gestern zu setzen, beim Morgenkreis und beim Essen zum Beispiel.  Es gibt ihr natürlich mehr Sicherheit, wenn sie solche Kleinigkeiten gleich gestalten kann. Die anderen Kinder haben allerdings keine festen Plätze und es gilt das Motto wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Den Kleinen zu erklären, dass sie doch bitte den Platz wechseln mögen, damit Rebekka wieder an „ihren“ Platz kann: unmöglich.

Sie hat wieder mit gegessen, auch wenn sie diesmal nicht so ruhig sitzen wollte, wie noch gestern. Auch gespielt hat sie dann schön, aber die anderen Kinder haben sie heute sichtlich beunruhigt. Man merkt, dass es auf Ende der Woche zugeht, alle Kinder waren müde und weinerlich und die Luft schien einfach raus zu sein.

Ich hatte heute nochmal ein Gespräch, über die Dauer der Eingewöhnung. Rebekkas Betreuerin hat nochmal gefragt, ob ich Rebekka bis zu einem bestimmten Termin eingewöhnt haben muss. Zum Glück muss ich das nicht, denn ich bin zu Hause und werde nach der Eingewöhnung anfangen meine Masterarbeit zu schreiben, bin also flexibel. Die Betreuerin hat mir erzählt, was ich euch auch schon vor dem Eingewöhnungsstrag geschrieben hatte: man merkt den Kindern ganz genau an, wenn die Eltern unter Zeitdruck stehen. Die Eltern sind dann meist unentspannter und geben das auch an ihre Kinder weiter. Natürlich ungewollt, aber Kinder haben so ein feines Gespür, dass sie solche Haltungen sofort mitbekommen. Ich bin froh, dass ich nicht unter diesem Druck stehe und mir mit Rebekka Zeit lassen kann.

Anfangs konnte ich mir gar nicht vorstellen, warum das auch durchaus vier Wochen dauern kann. Natürlich, wenn das Kind ängstlich ist, oder der Kindergarten komplett neu ist schon. Aber in Rebekkas Fall dachte ich mir, dass die Gewöhnung an die Umgebung, die Betreuer und die Kinder wohl relativ fix gehen würde. Was ich nicht bedacht habe, ist, dass auch die Lautstärke und das Herumwuseln der anderen KindernStressfaktoren sind, denen Rebekka einfach noch nicht gewachsen ist. Heute hat sie zwar schon 1 1/2 Stunden durchgehalten, aber wir sind noch meilenweit von den 3 1/2 Stunden bis Mittags entfernt, die mein erstes Etappenziel sind. Rebekka bewegt sich dort schon frei und nimmt sich auch selbstständig die Spielsachen, aber das Spiel der anderen Kinder fordert sie so sehr, dass sie wirklich fix und fertig ist, nach der kurzen Zeit.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Nun haben wir erstmal ein langes Wochenende, die Eingewöhnung geht erst nächsten Montag weiter.

Bis dahin beste Grüße,

eure Jenny


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