Rebekkas 9. Monat – ein Monatsbericht

„Ich glaube, wir sind gute Schwestern“

Auch wenn ich nicht genau weiß, was mit Rebekka los ist, wo die Veränderungen herkommen, die sie gerade durchmacht, so ist eins doch die ganze Zeit konstant: die Verbundenheit der beiden Schwestern. Und das hat uns wahrscheinlich den letzten Monat erhellt.

Diesen Monat haben wir komplett zu Hause verbracht. Nach dem Durcheinander die letzten beiden Monate wollte ich auf jeden Fall etwas Ruhe für Rebekka und mich. Ich hatte das Gefühl, das sich alles geändert hat, das sie durch die Reisen etwas durcheinander, und das sie viel gewachsen war, ohne, dass ich das durch das ständige hin und her richtig wahrgenommen hätte. Ich wollte Rebekka also wieder ganz neu kennenlernen und denke, das mir das in diesem Monat gut gelungen ist. Nicht alle Probleme, die ich aus dem Vormonat mitgenommen habe, konnte ich lösen, aber es ist definitiv wieder etwas Ruhe bei uns eingekehrt.

Den vollständigen Monatsbericht könnt ihr hier finden…

Stillen und Beikost

In diesem Bereich haben wir uns komplett neu ausprobiert. Es war ein riesen Durcheinander und ich war mit der Gesamtsituation gar nicht zufrieden. Selbstgekochte Breie mochte Rebekka die letzten Monate nicht so sehr, bzw. hatte davon immer leicht Probleme (Bauchschmerzen/Verstopfungen) bekommen. Also habe ich viele Gläschen geholt und probiert abzuwechseln, ohne sie mit zu viel Neuem zu überfordern. Wieder zu Hause angekommen hatte ich davon aber die Schnauze gestrichen voll. Ich wollte keine Gläschen kaufen, und ich wollte ihr auch nicht ständig etwas anbieten, dass sie anscheinend gar nicht mag (denn die Gläschen hat sie auch nie richtig gegessen, wenn es hoch kam ein viertel Gläschen zum Mittag).

Also habe ich doch wieder angefangen selber zu kochen und habe es einfach stückiger gelassen. Sie hatte ja von Anfang an ein Problem mit der Brei Konsistenz. Ich habe Nudeln und später Reis gekocht, dazu verschiedenes Gemüse, dass sie auch schon vorher aus den Breien kannte, und habe ihr das angeboten. Und siehe da: Sie hatte auf einmal mehr Interesse am Essen! Schon lange schaue ich nach BLW – Baby-led weaning- (Infos z.B.  hier und hier auch ein toller Beitrag), habe mich da wegen ihren dollen Bauchschmerzen aber nie so recht rangetraut. Von wegen Baby weiß schon was gut ist: sie mag alles, was ihr später Probleme macht.

Nun schien es für sie aber wirklich das einzig richtige zu sein. Also habe ich nur noch die Teile klein gemacht, die sie im Stück nicht essen wollte/konnte, und habe ihr den Rest so gegeben, mit Gabel oder in die Hand. Sie schafft immer noch keine riesigen Mengen, aber sie hat Freunde und Interesse am Essen und das ist was zählt, finde ich. Also sah unser Tag in etwa so aus:

Morgens: Haferbrei mit Obststückchen, gegen Ende des Monats habe ich den Brei langsam gegen Haferflocken getauscht, auch gegen Ende haben wir angefangen mit  Brot (entweder pur oder dünn mit Margarine oder Avocado bestrichen)

Mittags: Mittagessen, gegen Ende des Monats nur noch Stücken

Nachmittags: Obst in Stückchen, oder gerne auch ganz (von der Banane zum Beispiel möchte sie gerne abbeißen)

Abends: am Anfang des Monats noch einen Getreidebrei mit Obststückchen, gegen Ende des Monats hat sie zunehmend abends auch bei uns mit gegessen (ich koche abends)

Das mit dem Verschlucken hat sich zum Glück gelegt, sodass sie auch tatsächlich gut abbeißen und Schlucken kann, auch wenn sie immer noch nur 2 Zähnchen hat. Beim Blw geht man ja eigentlich davon aus, dass die Kinder die Teile, die zu klein für sie sind eh noch nicht aufnehmen können und alles was zu hart ist wieder ausspucken. Das war bei uns ja nicht ganz der Fall, aber es wird besser. Sie kann jetzt gegen Ende des Monats fast alles alleine im Mund kleinmachen (was nicht wirklich hart ist). Viel möchte sie selber halten und in den Mund stecken, oder sogar abbeißen. Ist zwar eine riesen Sauerei meistens, aber alle fangen mal klein an.

Gestillt wird sie eigentlich immer noch voll, wenn auch weniger. Da scheint sie noch keine Ambitionen zu haben, das aufgeben zu wollen.

Schlafen und Tragen

Langsam mache ich mir echt Gedanken. Die Schlafsituation hat sich nicht gebessert. Ganz im Gegenteil, man kann sagen, dass sich Rebekkas Schlafverhalten um 180° gedreht hat! Das erste halbe Jahr hat sie super und viel geschlafen und ist vor allem alleine eingeschlafen, wenn man sie in ihr Bettchen gelegt hat. Nun könnte man meinen, dass sie nun genügend Schlaf hatte und die Zeit lieber zum Spielen und erkunden nutzt.

Nun war es, vor allem in diesem Monat, dass sie immer noch nicht tagsüber schläft. Tagsüber hat sich etabliert, dass sie nach dem Kindergartengang von 9 bis halb 10 schläft, was auch die festeste und sicherste Schlafenszeit ist. Mittags schläft sie 20 Minuten, irgendwann zwischen 10:30 und 14 Uhr. Dann ist sie den ganzen Tag maulig, weil sie total müde ist. Nachmittags schläft sie auch nochmal 20 Minuten, wenn sich die Gelegenheit bietet. Sie will ja nichts verpassen, und das wäre der Fall, wenn wir Hanna vom Kindergarten abholen und noch etwas unternehmen.

Abends beginnt dann das Drama. Sie lässt sich nicht mehr hinlegen. Auch wenn sie müde ist weigert sie sich. Sie hasst das Schlafzimmer und jede der drei Bettmöglichkeiten (ihr Bett, ihr Stubenwagen, der nun wieder neben meinem Bett steht und unser Bett). Sie lässt sich nicht in den Schlaf tragen, schaukeln, stillen oder sonstwas (Hallo, dass ist ein Baby! Die lieben es doch durch die Gegend getragen zu werden oder an der Brust einzuschlafen!). Sie ist dann meist schon total drüber und egal was man versucht, das machts nur schlimmer. Ich habe ja stark die Vermutung, dass es auch mit am Wachstumsschub hängt, dazu gibt es weiter unten auch nochmal was.

Aufwachen tut sie regelmäßig zwischen 5 und 6 Uhr. Und das zusammengenommen macht es gerade nicht einfach. So spät und nur unter Protest schlafen gehen und dann so früh wieder raus. Ich könnte ja damit leben, wenn sie einfach Begleitung braucht beim Einschlafen. Wenn sie wollen würde, dass ich bei ihr bleibe, ihre Hand halte oder irgendwas. Aber das sie einfach gar nicht schlafen will macht alles ziemlich kompliziert.

Motorik

Motorisch hat sich diesen Monat nicht sehr viel getan. Im letzten Monatsbericht konnte ich da weitaus mehr berichten. Ich hatte das Gefühl, dass sie diesen Monat eher an ihrem brabbeln und Interaktionen gearbeitet hat. Sie wird in dem, was sie kann (siehe zum Beispiel den letzten Monatsbericht), immer sicherer. Aufstehen, hochziehen, alles kein Problem mehr. Ansonsten ist wirklich nicht viel Neues hinzugekommen.

Der 6. Sprung

Was soll ich sagen: So schlimm, lange und dramatisch haben wir bis jetzt keinen Wachstumsschub erlebt! Kurz vor der 35. Woche kam mir Rebekka schon sehr sehr merkwürdig und anhänglich vor und als ich nachgeschaut habe, wann der nächste Sprung dran wäre, war es mir klar, dass es das sein muss. Dass der Sprung nun aber tatsächlich sooo lange anhält (vielleicht hatten wir auch nur Pech mit dem Zahnen und zwischendurch hatte sie ein paar wunde Stellen, dir ihr unangenehm waren und behandelt werden mussten) hätte ich mir nicht träumen lassen. Ich meine, dass er etwa 4 Wochen angehalten hat.

Bei Rebekka hat man keine Wachstumsphase bis jetzt wirklich deutlich gemerkt. Es gab Zeiten, da war sie anhänglicher, es gab Zeiten, da war sie mauliger, aber alles war auszuhalten. Diesmal ist es anders. Oft frage ich mich, wann es nur endlich wieder vorbei ist und wir alle endlich zur Ruhe kommen können.

Das hatten wir im Sprung:

  • Nur noch bei Mama sein, bloß zu niemand anderem (und wenn doch wird das mit Gebrüll quittiert)
  • Nicht mehr Schlafen (das hatte ich ja oben schon beschrieben)
  • schlecht essen
  • Nicht alleine beschäftigen können, meist nicht mal eine Minute (und Wehe ich entferne mich dann auch noch einen Meter!!)

An sich also nichts außergewöhnliches, aber diese Ständige Nähe, diese ständige Verantwortung macht einfach müde.

Schwestern

Total erstaunlich, ich hatte es ja oben schon geschrieben: die beiden sind ein Herz und eine Seele! Das Rebekka ihre große Schwester anhimmelt war ja irgendwie klar, aber das Hanna auch so versessen auf ihre kleine Schwester ist nicht. Und noch weniger nach dem schweren Monat, den wir hinter uns haben. Hanna musste so oft wie nie verzichten, musste leise sein und aushalten. Das tat mir so sehr leid für sie, aber wenn das Baby schreit, schreit es nun mal. Und da hilft dann kein Papi, kein Beruhigen, kein Ablenken.

Die beiden kommen super miteinander aus und auch wenn Hanna mal genervt ist, weil Rebekka ihr ständig hinterher krabbelt, so ruft sie sie ständig, wenn Rebekka mal woanders ist. Und wehe, Rebekka beachtet sie nicht (was aber wirklich selten vorkommt)…

Es ist (noch) genau so, wie ich es mir immer gewünscht hatte, wie ich es mir vorgestellt habe und darüber bin ich natürlich mehr als froh.

Verschiedenes

Sie hängt sehr an mir. Sie war ja immer auch gerne bei anderen, das ist zur Zeit nicht so der Fall. Selbst unser Papa bekommt sie nicht wirklich immer ruhig, oder kann sie halten/Füttern etc. Aber das Fremdeln musste ja irgendwann kommen

Sie kann nun schon unsere Spiele erkennen und uns selber zum Spielen animieren. Jeder von uns hat sein eigenes Spiel mit ihr und das macht ihr auch viel Spaß. Mit Hanna spielt sie immer beim Essen, da bewegen sie so den Kopf, kann man eigentlich nicht so recht beschreiben (die ersten 100 Male fand Hanna das auch noch lustig, nun nicht mehr so, aber sie macht trotzdem noch mit). Ich habe ein Kitzelspiel mit ihr, wo sie schon los kreischt, wenn ich die Anfangsworte sage. Und ein „Verfolgungsspiel“, wo sie weg krabbelt und ich sie zurück ziehe. Ich bin immer beeindruckt, wie sie das schon einschätzen und kontrollieren kann. Sie krabbelt weg und wenn sie merkt, dass ich nicht schnell genug schalte, dann krabbelt sie langsamer oder macht mich mit irgendwelchen Geräuschen auf sich aufmerksam, bis ich sie dann „erwische“. Unser Papa hat ein Ballspiel mit ihr, das ist auch ganz süß, wie sie sich den immer schnappt!

Diesen Monat ging es viel um das Entdecken. Alles wird angefasst und in den Mund gesteckt. Alles ist interessant und wird ganz genau untersucht!

Das war Rebekkas 9. Monat, das erste dreiviertel Jahr zu 4.! Wenn ich daran denke, dass sie bald schon ein Jahr wird, mein Baby dann kein Baby mehr ist, wird mir ganz mulmig…

Bis dahin werde ich nun erstmal die Stunden mit ihr genießen (soweit das geht) und mich direkt an ihren 10. Monatsbericht setzen, der auch bald wieder fällig ist.

Bis dahin beste Grüße,

eure Jenny

 

 

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