Der Sonntag danach – Zwischen Ziegen, Klarinetten und Begegnungen
Was für ein ruhiger Sonntag nach einer echt aufregenden Woche. Heute gibt es gar keinen großen Text vorher, wir gehen direkt rein. Viel Spaß!
Draußenmoment der Woche
Da wird mir auf jeden Fall noch lange die Bank in Erinnerung bleiben, auf der ich diesen Dienstag mein Frühstück gegessen habe. Ich war nämlich wieder draußen, aber der Anfang war aber eher chaotisch. Ich hatte nicht ordentlich recherchiert und stand dann am Schwaltenweiher vor einer Matschpfütze mit fast keinem Wasser. Online steht, dass der Weiher zum Herbst abgelassen wird. Das ist mir für die zukünftige Vorbereitung auf jeden Fall eine Lehre. Ich bin noch rüber zum Trollweiher. Der liegt direkt daneben, war aber komplett mit Schilf umwachsen. Beides war übrigens direkt neben Rückholz, wo ich ja schon vor zwei Wochen unterwegs war. Dazu war der Himmel komplett wolkenverhangen und alles war diesig. Ich wollte meinen schönen Ausflug schon fast aufgeben, da habe ich in der Nähe einen Wanderparkplatz gesehen, der eine schöne Aussicht versprach. Also bin ich einfach hingefahren und direkt dortgeblieben. Es war so schön: ruhig, die Sonne kam raus, eine Bank direkt neben einem Ziegengehege, der Wind in der Birke dahinter. Es war wirklich perfekt.
Kleine Freude der Woche
Unsere jüngere Tochter hat ihr Instrumentenkarussell beendet. In ihrer neuen Klasse lernen sie jetzt zwei Jahre lang ein Instrument und vorab dürfen sie alle einmal ausprobieren. Letzte Woche hatten wir eine Klarinette zu Hause und ich habe sehr gehofft, dass es die Klarinette werden würde. Aber Mann, ist die schwer zu spielen! Und ich finde das so toll, weil wir durch die verschiedenen Instrumente, die wir jetzt jede Woche zu Hause hatten, auch alle immer wieder zusammensaßen, ausprobiert und ganz allgemein wieder mehr Musik zusammen gemacht haben. Das hat die ganzen Kindheitsjahre geprägt und ist in der Schulzeit irgendwie immer weniger geworden, was ich sehr, sehr schade finde. Diese Wochen haben das ganz natürlich wieder zurückgebracht. Das fand ich wirklich schön.
Inspiration der Woche
Am Montag war wieder Hochsensiblen-Treff, den ich einmal im Monat organisiere. Montags ist generell zurzeit eigentlich kein guter Tag, der ist meist voll und abends bin ich platt. Aber dann sitze ich dort mit Menschen, die ich zum Teil vorher gar nicht kannte, und gehe voller Energie wieder nach Hause. Das ist so ein tolles Gefühl! Und wir sind alle so unterschiedlich. Alter, Beruf, Beziehungsstand, Kinder, wirklich so gut wie alles ist bei jedem anders. Und trotzdem verbindet uns durch unsere Art und Weise, die Welt wahrzunehmen, so viel. Ich finde das jedes Mal einen unglaublich bereichernden Austausch.
Was sonst noch da war
Wir haben am Samstag Freunden beim Umzug geholfen. Das Leben von drei Menschen erst ein- und dann wieder auszupacken, ist schon immer wieder eine interessante Erfahrung, finde ich. Während des ganzen Packens, Tragens und Rumräumens hatte ich jede Menge Zeit, ein wenig nachzudenken. Und das ist mir besonders hängen geblieben:
Es ist schön, wenn Menschen zusammenkommen, um sich gegenseitig zu helfen. Wie schnell es dann gehen kann. Und wie schön es sein kann, gemeinsam etwas zu schaffen!
Ich hatte während unseres letzten Umzugs und auch jetzt immer wieder das Gefühl, dass wir einfach zu viel Kram haben. Dass ich aufräumen müsste. Dass ich mehr unter Kontrolle haben müsste. Es ist so befreiend zu sehen, dass andere einfach die gleichen „Probleme“ haben!
Und ich fand interessant, wie unterschiedlich es zwischen Menschen sein kann. Ich war umgeben von Menschen, die ich vor diesem Tag noch nie oder erst einmal gesehen hatte. Mit manchen hat es einfach gepasst. Man hat gut zusammengearbeitet, Gespräche gefunden und es war angenehm. Und bei anderen war es komplizierter, weniger leicht. Nicht, weil die Person unangenehm war. Sondern einfach, weil es eben nicht so harmoniert hat. Das ist etwas, was ich mir wirklich öfter ins Gedächtnis rufen muss: Manchmal passt es, manchmal nicht. Und das ist gar nicht schlimm.
Frage der Woche
Warum fühlen sich neurodivergente Menschen eigentlich so oft alleine?
Wir kamen in einem Gespräch zufällig darauf und ich musste daran denken, dass es auch bei den Hochsensiblen-Treffen immer wieder Thema ist. Für mich gab es immer eine ziemlich offensichtliche Antwort. Aber anscheinend gibt es noch mehr. Vielleicht gibt es ja auch neurodivergente Menschen, die sich gar nicht alleine fühlen? Ich finde das sehr spannend und werde dem jetzt ein wenig nachgehen.
Nun wünsche ich dir einen tollen Start morgen in die neue Woche.
Deine Jenny







