Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen und Cornelia Haas Thienemann Verlag
Kinderbücher

Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen

Heute möchte ich euch mal einen teilweise vergessenen Klassiker vorstellen für das Kinderbuch fürs Wochenende: die kleine Meerjungfrau. Die Version von Disney kennt jeder (möchte ich behaupten, ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand sie nicht kennt!). Aber wie sieht es eigentlich mit der eigentlichen Geschichte von Hans Christian Andersen aus?

Eckdaten zum Buch

Die Geschichte wurde 1837 von Hans Christian Andersen geschrieben. Dieses Buch erzählt diese Geschichte mit Illustrationen von Cornelia Haas.

Meine Ausgabe ist 2010 im Thienemann Verlag erschienen, kann es aber leider beim Verlag nicht mehr finden. Gebraucht geistert es aber noch durch das Internet (: Der Originalpreis lag bei 12,90 Euro)

Auf 26 Seiten wird das Märchen erzählt und von farbenfrohen Illustrationen begleitet.

Seite aus: Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen

Darum gehts

Die Geschichte von Arielle und der kleinen Meerjungfrau unterscheiden sich an einigen Stellen.
Auch bei der kleinen Meerjungfrau ist die Protagonistin die jüngste Tochter des Meerkönigs. Sie hat schon früh durch ihre Großmutter von der Menschenwelt gehört, aber erst mit 15 Jahren darf sie, so wie es Brauch ist, nachts auftauchen und den Strand besuchen. So steigt auch die kleine Meerjungfrau empor und sieht ein Schiff, auf dem ein großes Fest – der Geburtstag des Prinzen- gefeiert wird. In einem schweren Sturm sinkt das Schiff und ohne zu überlegen rettet die kleine Meerjungfrau den Prinzen.
Fasziniert von der Menschenwelt und vom Prinzen schwimmt die kleine Meerjungfrau nun regelmäßig an die Oberfläche und entschließt sich irgendwann, dass sie auch ein Mensch werden möchte.


Hier gibt es nun einen der großen Unterschiede zu Arielle: Als die Verwandlung durch die Meerhexe einmal vollzogen ist, kann sie nicht mehr rückgängig gemacht werden, keine Frist wartet auf die kleine Meerjungfrau. Um ein Mensch zu bleiben muss sie eine Seele erlangen, und das geht nur, indem sich jemand – der Prinz – in sie verliebt. Verliebt er sich nicht in sie bekommt sie keine unsterbliche Seele und wird zum Schaum auf dem Meer werden. Aber genau wie bei Arielle muss die kleine Meerjungfrau mit ihrer Stimme bezahlen.
Sie bemüht sich nun um die Gunst des Prinzen, der ist aber einer anderen Verfallen.

Seite aus Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen


Ihr wisst, eigentlich ist es nicht meine Art das Ende zu verraten, aber hier mache ich mal wegen dem großen Unterschied zu Arielle eine Ausnahme. Also wer es nicht kennt: hier das Ende.


Der Prinz verliebt sich in ein anderes Mädchen und nimmt sie zur Frau. Die Schwestern der kleinen Meerjungfrau sind so traurig, über den wahrscheinlichen Tode ihrer Schwester, dass sie der Meerhexe ihre Haare geben, um eine Chance zu erwirken: mit einem speziellen Dolch soll die kleine Meerjungfrau den Prinzen in seiner Hochzeitsnach erstechen, dann könne sie sich wieder in eine Meerjungfrau verwandeln. Sie bringt es aber nicht über sich und bevor sie ihre Liebe opfert, opfert sie lieber sich selbst. Sie übergibt sich dem Meer und verwandelt sich so in Schaum. Dabei stirbt sie allerdings nicht, sondern verwandelt sich in einen Luftgeist, der durch gute Handlungen eine unsterbliche Seele erlangen kann. So kann sie in 300 Jahren in den Himmel kommen und weiterhin an der Welt der Menschen anteilnehmen.

Unsere Meinung

Diese Geschichte ist ganz bestimmt keine leichte Kost und vielleicht auch nicht so leicht verständlich. Denn hier gibt es nicht einfach einen Guten, einen Bösen, einen Kampf und ein gutes Ende. Hier geht es um viel mehr, um viel Abstraktes. Aber trotzdem finde ich die Geschichte sehr schön. Weil sie Werte vermittelt, weil sie zeigt, dass es eben manchmal nicht so leicht ist einfach den Bösen zu besiegen. Das Liebe manchmal nicht reicht. Klingt hart, aber das ist die Geschichte ja auch.

Ich habe mir tatsächlich vorher einige Male überlegt, ob ich Hanna die Geschichte so vorlesen möchte, sie kannte bis dahin nur Arielle. Und als ich es gemacht habe musste ich einiges erklären, viel mit ihr über das Ende reden.

Aber das macht meines Erachtens auch eine gute Geschichte aus: sie bewegt, man nimmt etwas mit, man redet darüber.

Die Illustrationen sind sehr schön und die Geschichte hat genau die richtige Leselänge! Wem das Ende also nichts ausmacht, kann ich dieses Buch nur empfehlen.

Eure Jenny

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