Familienalltag

Mein Corona-Alltag in Bildern

“Noch nie war unser Alltag so speziell, so anders, so einzigartig. Jeder hat versucht das Beste aus der Situation zu machen und irgendwie „da durch zu kommen“.” heißt es in Vickys Beitrag zum Corona Alltag (und gleichzeitigem Aufruf zur Blogparade). Und ganz richtig: Die letzten Wochen waren wirklich speziell und jeder hat seinen Alltag probiert bestmöglich anzupassen. Wie das bei uns aussah und sieht, und wie es uns die letzten Wochen ging, seht ihr im Beitrag. Viel Spaß!

Unser Corona Alltag

Allgemein bewerte ich die Zeit zu Hause, durch Corona, als positiv. Wir konnten entschleunigen, uns sammeln, mal wieder durchatmen. Ich konnte mich darauf konzentrieren, was ich wirklich möchte (denn das wäre mir kurz vor Corona wohl fast verloren gegangen!) und konnte Kraft sammeln, auch wirklich daran zu arbeiten. Was total bizarr ist, denn diese Zeit war auch furchtbar anstrengend, kräftezehrend, aufreibend. (Fast) immer durchgehend für zwei (kleine) Kinder verantwortlich zu sein, von früh morgens bis abends hat mich wirklich manchmal um den Verstand gebracht.

Vor allem, weil Rebekka durch diese große Änderung in unserem Leben unfassbar schlecht geschlafen hat wochenlang. Sie hatte Albträume und war wieder alle zwei bis drei Stunden wach, und das hat mir den Rest gegeben. Aber es sind nicht die äußeren Umstände, die bedingen, wie wir uns fühlen (von Müdigkeit jetzt mal abgesehen), sondern was wir daraus machen! Ich habe die Anstrengung nicht unbedingt als negativ gesehen und einfach gemerkt, dass ich mir Freiräume schaffen muss, dass wir Strukturen brauchen, mit denen wir alle gut klarkommen. Und wie die aussahen, seht ihr jetzt.

Organisation

ein Frühstücksplan

Ziemlich schnell wurde mir klar, dass wir alles neu und besser organisieren müssen. Nicht nur, weil sich alle Abläufe geändert haben, sondern weil die ganze Situation natürlich sehr anstrengend war (und ist) und ich die täglich zu treffenden Entscheidungen auf ein Minimum reduzieren wollte. So gab es relativ schnell unseren Frühstücksplan, der sich bis heute hält. Es kommt vor, dass wir abweichen müssen, weil ich morgens einfach keine Zeit habe etwas aufwendiges vorzubereiten, oder doch mal eine Zutat fehlt.

Aber im Großen und Ganzen halten wir uns daran und alle finden es gut! Aber es gibt auch andere Pläne, wie und wann ich probiere am Schreibtisch etwas zu schaffen, wann Hanna ihre Schulaufgaben macht (dazu gleich mehr) und Tagesspielthemen. Schnell kam nämlich Langeweile auf á la “wir haben schon alles gespielt” und da habe ich angefangen den Kindern Tagesthemen zu geben, an denen sie sich orientieren konnten: Zirkus, Feenwald, Weltall und so weiter. Das hat sich als wirklich nützlich erwiesen!

Neue Rituale

Gilmore Girls neben einer Pfanne

Den ganzen Tag Trubel um mich herum zu haben, war ungewohnt für mich und gerade am Abend war ich echt oft k.o. Da habe ich angefangen für mich ein Ritual einzuführen: Während ich koche, schaue ich auf dem Tablet eine Serie und bin für ich. Dann ist die Küchentür zu (was sonst echt nie der Fall ist) und ich kann mal abschalten. Hat auch super funktioniert und mir hat das gut geholfen auch ruhig über den Abend zu kommen.

 

Schwestern-Zeit

zwei Schwestern

Mein Herz geht schon auf, wenn ich nur daran denke: meine beiden Mädels. Von je her sind sie ein Herz und eine Seele und richtigen Zank kennen die beiden eigentlich gar nicht. Klar bekommen sie sich auch mal in die Haare und natürlich ist die eine auch mal von der anderen genervt, aber im Großen und Ganzen sind die beiden immer zusammen. Und auch Corona hat daran nichts geändert, sondern ganz im Gegenteil gehen sie nun NOCH liebevoller miteinander um, sind mehr füreinander da, verstehen sich noch besser. Ich finde es so schön, dass die beiden sich haben und den Nutzen dieser besonderen Beziehung auch voll ausschöpfen!

Homeschooling

Homeschooling

Ein wirklich schwieriges Thema für mich ist das Homeschooling. Eigentlich bin ich eine absolute Verfechterin von alternativen Lernmethoden und finde Hanna würde sehr vom Homeschooling/ freiem Lernen profitieren. Allerdings ist das, wie es jetzt verlaufen ist, nicht zu vergleichen mit Homeschooling oder freiem Lernen. Hanna hatte viel Interesse an vielen Themen, hat gut gelernt.

Aber mit dem Pensum, was von der Schule nach den Osterferien kam und gar nicht auf sie zugeschnitten, sondern wieder nur so ein Durchschnittsaufgabenhaufen war, hatte sie wenig Lust sich auch noch wirklich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Schade! Denn vieles von dem, was sie mit Arbeitsblättern bearbeiten sollte, hätte ich ihr lieber anders beigebracht (Verkehrszeichen zum Beispiel, das 1×1, Wetter und so weiter). Homeschooling war daher seit den Osterferien für uns eher eine Last, als alles andere, was ich als wirklich schade empfinde.

Aber als kleines Plus hat Hanna eine Flöte bekommen und wir probieren uns daran, es ihr beizubringen. Klappt aber leider bis jetzt nur halbwegs gut!

Sport- und Yogaroutinen

Jenny beim Sport
Mädchen an Turnringen

Ich habe Corona dafür genutzt mir endlich eine Workout- und Yoga Routine zu schaffen. Unter meinem normalen Alltag war das immer relativ schwer (okay Ausrede, es war mir einfach nicht wichtig genug das AUCH NOCH in meinem Alltag unterzubringen). Als wir aber alle zu Hause waren, konnte ich das relativ schnell regelmäßig mit einbauen. Sogar so sehr, dass ich wirklich schnell Fortschritte bemerkt habe und es mir tatsächlich auch Spaß gemacht hat (normalerweise bin ich nicht die allein-zu-Haus-Sportlerin).

Und auch das regelmäßige Yoga tat mir sehr gut! Schön natürlich auch, dass die Kinder den regelmäßigen Sport mitbekommen und sich mitreißen lassen haben.  Zum Thema Kinderyoga gab es ja letztens auch einen neuen Beitrag: eine Yogageschichte für Grundschulkinder!

Selbstbestimmter Leben

Mädchen ließt Buch

Ohne den ganzen Druck, Uhrzeiten und Termine lebt es sich so viel freier. Ein wunderschönes Gefühl, finde ich (und ich bedauere jetzt schon den Tag, an dem wir das wieder verlieren werden). Wir gehören bestimmt nicht zu der Sorte Coronafamilie, die trotzdem um 7 aufsteht, um den “normalen Schulalltag der Kinder” nachzuempfinden. Ganz getreu dem Motto: Das sind ja keine Ferien und sie sollen sich gar nichts angewöhnen.

Ich finde das frühe Aufstehen und frühe Konzentrieren liegt eh nicht in unserem Wesen, es ist ziemlich unnatürlich, warum das also dann auch noch erzwingen, wenn man frei und relativ selbstbestimmt entscheiden kann? Natürlich braucht es trotzdem Strukturen und natürlich müssen manche Sachen, wie die Schulaufgaben, trotzdem gemacht werden, aber abgesehen davon haben wir vor allem das gemacht, worauf wir gerade Lust hatten.

Lesen!

Seite aus dem Buch Pflanzen

Dieser Punkt schließt eigentlich direkt an den letzten an. Hanna hat wieder sehr viel gelesen, wozu sie vorher einfach nicht die Zeit, und abends nicht mehr die Konzentration hatte. Und auch ich habe im Mai drei Bücher geschafft. DREI! Vielleicht erinnert sich der ein der andere, für mein letztes Buch (aber gut, das hatte auch über 1000 Seiten) habe ich 4 Monate gebraucht! Es ist so schön, wenn man sich seine Zeit und Energie selber einteilen kann!

Bewusster Essen

Tofu-Rüheei auf einem Tisch

Wir essen seit Corona viel bewusster. Das hat vor allem zwei Gründe: Ich wollte vor allem in der Hochsaison nicht ständig einkaufen, also habe ich Pläne für 14 Tage geschrieben. Damit sind wir auch tatsächlich hingekommen, lediglich Obst und Brot musste unser Papa zwischendurch neu mitbringen. Da haben wir natürlich sehr genau überlegt, was wir wirklich brauchen, was wir kochen wollen und wie man alles am besten einteilt.

Und zum anderen haben die Kinder sehr schnell Interesse an meiner veganen Ernährung gezeigt, was mich sehr gefreut hat! Ich zwinge den Kindern nichts auf, sie müssen nicht mal probieren, wenn sie nicht wollen. Im “Normalen” Alltag haben sie so viele Alternativen, vor allem außer Haus, dass sie sich gar keinen Kopf darum machen müssen, was ich eigentlich esse. Seit wir aber gemeinsam zu Hause sind, wollen sie von selbst viel mehr beim Essenmachen mithelfen und darüber wissen und fragen auch nach, ob sie probieren können. Wir waren alle sehr überrascht, wie gut ihnen das meiste geschmeckt hat!

Ausflüge

Mädchen am Forggensee
Mädchen am Forggensee

Mein letzter Punkt sind die Ausflüge. Wir sind zwar immer viel und gerne unterwegs, aber seit Corona war das natürlich sehr eingeschränkt. Wir haben daher jeden Ausflug wohl überlegt und besonders genoßen. Wir waren viel aus Wiesen und Wäldern unterwegs, einfach weil wir den Massen entgehen wollten. Haben neue Pfade entdeckt, neue Lieblingsstellen. Aber auch haben wir endlich mal Wanderungen gemacht, die wir uns schon so lange vorgenommen haben. Ich bin begeistert (und hoffe, dass sich das nach Corona nicht wieder ändert).

Wie sah euer Alltag während Corona aus? Wenn ihr weiter stöbern wollt schaut unbedingt bei Vicky vorbei, in ihrem Beitrag findet ihr weitere Alltagsberichte.

Liebe Grüße und bleibt gesund,

eure Jenny

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