Leben mit Kind

Schreckliche Situationen mit Kind – die uns schon passiert sind

Es gibt sie- schreckliche Situationen, die man einfach nie erleben möchte. Vor allem wenn man Eltern wird, ist die Angst um die eigenen Kinder enorm groß. Und auch wenn viel Furchtbares, Angsteinflößendes, oder einfach Schmerzhaftes passieren kann, einige Situationen scheinen beispielhaft zu sein, oder besonders Angst in Eltern hervorzurufen. Und letztens fiel mir auf: Irgendwie haben wir schon einige dieser Situationen miterlebt! Definitiv mal ein Beitrag der anderen Art, immerhin schreibt man sonst über das Schöne, zeigt die Glitzer-Funkelwelt. Aber trotzdem, oder gerade deswegen, möchte ich euch das einmal mit euch teilen.

Das Kind fällt auf der Rolltreppe und landet mit dem Gesicht auf dem Einfuhrschlitz

Kann gut sein, dass eure erste Reaktion jetzt “Hä?” ist. Aber mal ehrlich, wenn die Rolltreppe anfängt, oder vor allem, wenn sie ans Ende kommt, haben die meisten doch Panik, dass sich in dem Schlitz ein Schnürsenkel verheddert, man stolpert oder sonst was passiert. Gerne macht man einfach einen bedachten, großen Schritt drüber. Und mit Kind wird das nicht gerade besser. Und natürlich lässt man sein 2 jähirges Kind nicht alleine an der Rolltreppe spielen, weil eben viel passieren kann.

Ich weiß noch ganz genau, wie wir in der Drogerie waren, die letzten Dinge für eine lange Fahrt kaufen. Hanna ist weggerannt (in den Gängen Verstecken spielen, wohl so ein Kinderklassiker). Und als wir sie direkt suchten, hören wir es schon: ein Aufschlag und sofort Gebrüll. Sie ist schnurstracks  zur Rolltreppe gelaufen und mit dem Gesicht so gestürzt, dass ihre Lippe genau auf diesem Einfuhrschlitz gelandet ist. Wir können echt von Glück reden, dass es nur zwei Schrammen gab, von denen man nun aber nichts mehr sieht oder ahnt.

Vom Wespenschwarm verfolgt

Jeder kennt es aus Cartoons: Irgendwie wird ein Wespenschwarm verärgert und dieser verfolgt dann den Fiesling, bis dieser in einen nahen Teich springt. Spätestens seit My Girl wissen  wir natürlich, dass das eigentlich kein Spaß ist, aber tatsächlich mal vor einem Schwarm verärgerter Wespen davon zu laufen ist tatsächlich alles andere als witzig.

Letzten Sommer war meine Mutter zu Besuch und gemeinsam mit ihr und Rebekka sind wir in den Wald gegangen. Rebekka wollte gerne Springen und hat es geschafft direkt über einem Nest Erdwespen so doll aufzustampfen, dass diese sofort als Schwarm aus der Öffnung neben ihr kamen und sie verfolgten. Ich habe direkt auf Autopilot geschalten, habe das Kind geschnappt und zusammen mit meiner Mutter sind wir weggerannt. Ich schwöre euch: Wäre da ein Teich gewesen, ich wäre hineingesprungen! Da war aber nur Waldweg und wir sind einfach gerannt (direkt an einer Schlucht lang, hätte bestimmt eine super Szene ergeben für einen Film). In der Zwischenzeit haben sich die Wespen schon bei Rebekka und mir festgebissen, ihre Beine waren total zerstochen, mich hat es am Rücken und den Armen erwischt. Das Ereignis beschäftigt Rebekka bis heute, aber Angst hat sie deshalb (glücklicherweise) trotzdem nicht vor Wespen und Co!

Kind auf einem Waldweg

Kind verschwindet auf einer Großveranstaltung

Wenn ihr euch bei den beiden ersten Szenarien noch dachtet: Ach komm, so ist das Leben mit Kind halt, oder hat halt nicht jeder so viel Angst wie du (obwohl ich eigentlich recht entspannt bin), dann kommt hier wirklich ein Klassiker: Das Kind ist weg. Bei uns war es damals zum Beispiel auf dem Flohmarkt zum 1. Mai in Weimar. Wer den einmal besucht hat weiß, dass ich wirklich von Großveranstaltung spreche, die gesamte Innenstadt ist an diesem Tag ein einziger Flohmarkt.

Wirklich eine tolle Veranstaltung, aber als Hanna mit einmal weg war, war Schluss mit lustig! Da kann man den Kindern noch so oft sagen, dass sie an der Hand oder in der Nähe bleiben sollen. Wenn man sich kurz aus den Augen verliert, hat man verloren (im wahrsten Sinne des Wortes). Es ist einfach unmöglich bei dem Gedränge jemanden wieder zu finden oder andere darauf aufmerksam zu machen, dass gerade ein kleines Kind verloren gegangen ist. Bei uns ist es so gelaufen, dass wir uns alle erst recht planlos umgeschaut, uns dann aufgeteilt haben und als wir sie einfach nicht finden konnten, bin ich einfach meinem Gefühl gefolgt: Ich bin zu ihrem Lieblingseisladen gelaufen, wo sie tatsächlich auch stand! Kann man sich auch nicht ausdenken so was!

Kind verschwindet im Einkaufszentrum

Das Ganze gibt es dann natürlich auch noch mal als Situation im Einkaufszentrum. Einmal nicht aufgepasst – wir kamen gerade vom Wocheneinkauf mit einer Freundin – war Hanna weg. Und zwar auch so richtig, nicht einfach im nächsten Geschäft. Meine Panik hat sich auch ziemlich schnell gesteigert. Von: Ach, sie sitzt im Schuhladen nebenan bestimmt vor dem Fernseher, bis hin zu “Haaaaaanna” rufen. Über okay jetzt wird mir aber unwohl, hin zu laut schreiend durch das Einkaufzentrum rennen. Sie hat es geschafft das Stockwerk zu wechseln (mit etwa drei Jahren meine ich) und das Einkaufszentrum zu verlassen, direkt zu den Garagen ist sie gelaufen! Und da stand sie dann glücklicherweise, weil ihr die fahrenden Autos dann wohl doch Respekt eingeflöst haben. Wohl hat sie sich nicht gefühlt. Das hat man gesehen, richtig verunsichert war sie aber auch nicht.

DER Anruf kommt: Kind ist im Krankenhaus!

Etwas, wo man vielleicht gar nicht aktiv dran denkt (immerhin schickt man sein Kind ja nicht zu Freunden und fürchtet, dass es sich schwer verletzt), aber die Angst vor so einem Anruf ist wohl trotzdem immer irgendwie vorhanden. Vor einiger Zeit erst hatten wir ihn. Hanna war mit Freunden unterwegs, die nicht wussten, dass Hanna nicht lange Auto fahren kann. Mit der Hitze im Auto ging es Hanna wohl auf einmal so schlecht, dass sie kurz vor dem Umkippen war, weshalb sie kurzerhand ins nächste Krankenhaus gefahren sind. Wirklich ein Anruf, den keine Mutter, oder Vater möchte: Wir sind jetzt mit Hanna im Krankenhaus, sie ist ganz lila angelaufen! Zum Glück hat sie sich schnell wieder erholt, es war tatsächlich nur die Reisekrankheit. Aber auf dem Weg ins Krankenhaus ging mir schon so viel durch den Kopf…

Silouhette einer Hand

Hand verbrannt

Auch so ein Klassiker: Das Kind greift nach etwas, was (für uns Erwachsene) eindeutig zu heiß ist und verbrennt sich die Hand oder den Arm.

Auch das haben wir mit Hanna durch. Sie hat nach einem frisch aufgebrühten Tee gegriffen und ihn sich über den gesamten Arm gekippt. Es ging dann für eine Woche ins Krankenhaus mit Verbrennungen 2. Grades (von denen man zum Glück gar nichts mehr sieht!).

Im Zug schließen die Türen. Man selbst ist im Zug, während die Kinder noch draußen sind.

Ihr sehr, die Szenarien steigern sich. Die Anfänglichen sind vielleicht noch zum Aushalten, aber die drei, die nun folgen, wünsche ich echt niemand anders.

Als wir meine Schwiegermutter verabschiedet und zum Zug gebracht haben, also ich und die beiden Mädels, Rebekka war gerade geboren, war es folgende Situation. Kurz bevor der Zug einfuhr, haben sich die Mädels bei ihr verabschiedet, als der Zug einfuhr ich. Ich wollte nett sein und ihre schwere Tasche noch in den Zug tragen. Ich steige mit ihr ein, stelle die Tasche hin und die Türen gehen zu. Ungelogen, der Halt war nicht mal eine Minute! Kein Warnsignal nichts! Ich habe wie wild gegen die Türen gehemmdert, probiert sie wieder aufzubekommen, nichts. Also bin ich Richtung Lok gerannt (von Mitte des Zuges immerhin!) und habe gegen die Fahrertür gehämmert: STOOOOP! STOOP! Meine Kinder sind noch draußen! Ich muss sofort raus!!!

Der Fahrer macht die Tür auf und meint nur: Regen Sie sich mal nicht so auf! macht die Tür auf und schüttelt den Kopf.

Wie eine Bekloppte bin ich zurückgerannt zu meinen beiden Kindern. Hanna stand -zum Glück!- wie versteinert da und war dem Weinen nahe, sie hat die Welt nicht mehr verstanden. Und dann kam die Durchsage: Wollen sie nun mit oder nicht? Oh man! Der hat mit Sicherheit keine Kinder gehabt!

Mädchen im Garten

Misshandelnde Tagesmutter

Das ganze Thema hatte ich euch ja schon mal genauer beschrieben, aber es ist eine Tragik, wie sie im Buche steht – finde ich. Man muss arbeiten. Manche haben vielleicht das Glück, länger in Elternzeit bleiben zu können, oder wollen auch mit den Kindern zu Hause bleiben, aber viele müssen einfach arbeiten gehen. Und das heißt, die Kinder werden fremdbetreut. Ich konnte noch nie verstehen, wie man einfach irgendeinen Kindergartenplatz sucht, weil er gerade nah ist, oder sonst was. Es geht hier um die Betreuung unserer Kinder und natürlich stellen wir uns vor, dass die Betreuer, egal ob Tagesmutter oder Kindergärtnerin, Babysitter, oder Au-pair auch wirklich gut mit den Kindern umgeht.

Aber manchmal tun sie das halt nicht. Ich frage mich bis heute, wie mich mein Gefühl im ersten Monat so trügen konnte. Und warum ich mir hab so lange einreden lassen, dass das nur die ganz normalen Ängste einer Mutter sind, dass es dem Kind nicht gut geht, bei anderen Personen. Denn wir haben es leider erlebt: Hannas Tagesmutter war nicht nur extrem übergriffig, sondern sie hat, zusammen mit ihrer Kollegin, bewiesenermaßen die Kinder eingesperrt, erniedrigt und geschlagen. Und niemand hat etwas dagegen unternommen. Mein Herz wird bei diesen Zeilen schon wieder ganz schwer, lest am besten den Beitrag.

Kind kommt allein zu Hause zur Welt

Sobald man schwanger ist, vor allem bei der ersten Schwangerschaft, macht man sich relativ schnell Gedanken über die Geburt. Ängste sind dabei vor allem, dass dem Kind etwas passieren könnte, aber auch, dass die Geburt zu schnell vorwärts geht und man es nicht mehr ins Krankenhaus schafft. Bei uns war der Fall ja nun etwas anders und zum Glück ging es Rebekka gut, aber auch das haben wir erlebt: Ich habe Rebekka allein zu Hause zur Welt gebracht! Eigentlich ein Wahnsinn, aber auch eine einmalige Geschichte (hier ist der ganze Geburtstbericht).

Und jetzt sagt mir bitte, dass eure Listen auch so lang sind! Es ist wirklich erschreckend zu sehen, was einem schon alles passiert ist. Es ist aber auch gut zu sehen, dass das Leben trotzdem weiter geht und die meisten so gefürchteten Situationen doch glimpflich ausgehen.  Das hoffe ich doch, dass sie bei euch auch immer so glimpflich ausgegangen sind! Erzählt doch gerne davon, über schreckliche Situationen, die euch schon passiert sind, auch gerne auf Instagram oder Facebook!

Eure Jenny

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