Eingangsbereich im Kindergarten mit vielen Schuhen
Leben mit Kind

Ein guter Start im Kindergarten – Rebekkas Eingewöhnung

Es ist wieder soweit: Der Kindergarten hat wieder offen. Schulferien sind zwar immer noch, aber der Kindergarten macht bei uns nur vier Wochen Pause. Und die sind nun vorbei. Und das besondere? Na das habe ich euch ja schon das ein oder andere Mal geschrieben: Rebekka kommt in den großen, offenen Kindergarten. Die Begrenzungen für die Krippenkinder sind passé. Aber so richtig wohl ist ihr nicht bei dem Gedanken und auch so ist sie in letzter Zeit wieder sehr anhänglich. Rebekka braucht in manchen Situationen einfach mehr Begleitung, was besonders in einem offenen Kindergarten ja meist weniger gegeben ist. Und so komme ich mal wieder ins Nachdenken…Wie kann ich sie am besten vorbereiten auf die Eingewöhnung und den Kindergarten? Ist ist der Kindergarten einfach nicht das richtige für sie?

Ich habe euch auch schon oft geschrieben, dass die Wahl des Kindergartens für mich sehr sehr wichtig ist. Für mich ist primär nicht die Lage entscheidend, sondern das Konzept und ob dieses überhaupt umgesetzt wird. Deswegen ist Rebekka auch im (eingegliederten) Nachbardorf im Kindergarten. Den Weg kann ich alleine mit dem Fahrrad locker in 10 bis 15 Minuten bewältigen, zurück mit Rebekka dauert es zwar etwas länger, aber es ist machbar. Einfach, weil ich keinen Kindergarten finden konnte, der mich auch nur ansatzweise so sehr begeistern konnte, wie dieser. Das Konzept, die Leitung, der Gebäudekomplex, alles stimmt. Na gut, natürlich merkt man den Personalmangel, der in den meisten Kindergärten herrscht auch dort, und der Weg ist manchmal eben doch eine kleine Herausforderung, wenn man zum Beispiel nicht das Fahrrad nehmen kann, aber der Rest stimmt.

Und trotzdem sagt Rebekka relativ häufig, dass sie nicht in den Kindergarten möchte. Vor dem Sommer auch schon, aber ich schätze da war ihr im Grunde nur langweilig. Aber auch nun möchte sie nicht wieder hin. Und ich gehöre leider nicht zu den Müttern, die das cool weg lächeln können, weil es halt sein muss. Tatsächlich mache ich mir dann ziemlich häufig Gedanken zu kindergartenfrei, lese eh relativ häufig in der Community, wie die anderen Mütter das machen (gerne gucke ich auch bei den regionalen Müttergruppen in Facebook, wie die im Allgäu). Hie rist auch ein wirklich interessanter Bericht aus der Sicht der zu Hause betreuenden Eltern. Aber am Ende hieße das wieder ein Stop für meine persönliche Entwicklung. Was wiegt also mehr? Was ist richtig für UNS?

Teil vom Kindergarten Außenbereich

Ich denke das ist eine Frage, die sich eh jede Mutter oder Vater und auch jede Familie stellen muss (und auch viele machen). Denn nicht jeder kann alles haben, das Leben in Gemeinschaften erfordert immer Kompromisse. Und unserer ist nun, dass die Kinder nachmittags teils betreut werden müssen. Und der Kindergarten ist hier die einzige Möglichkeit, also ist das eine Antwort, die relativ schnell zu finden war.

Ich habe ja schon einige Eingewöhnungen hinter mir – leider. Zweimal Tagesmutter, dann zwei Mal Kindergarten bei Hanna. Schrecklich, dass das bei ihr so schiefgelaufen ist (wie die Missbrauchsvorwürfe bei der ersten Tagesmutter) und sie ständig die Einrichtung wechseln musste. Da ist mein Grundvertrauen ehrlich gesagt eh etwas erschüttert.

Rebekka hatte es da besser. Sie kam in den Kindergarten, in dem Hanna dann am Ende auch war und ist da immer noch, wird jetzt nur in dem Kindergarten in die offene Gruppe gesteckt. Die Eingewöhnung hat sie so gesehen schon zur Hälfte hinter sich. Und trotzdem ist mir mulmig (was schon mal ganz schlecht ist, denn wenn ich unruhig bin merkt sie das. Kinder sind sooo feinfühlig!).

Wer sich erinnert, der weiß noch, dass Rebekkas Eingewöhnung im Kindergarten seeeehr langsam voran ging (kann aber wohl auch ganz anders laufen, wie ich gelesen habe). An sich gilt das Münchner Modell (falls ihr das nicht kennt könnt ihr hier gucken, was das ist) bei uns im Kindergarten, aber es wird je nach Situation und Kind ausgelegt und angepasst, was ich auch gut finde. Ansonsten hätte das wohl so gar nicht funktionieren können weil Rebekka einfach ihre Zeit brauchte.

Trampolin im Kindergarten Garten

Auch wenn ich nun glaube, dass es schneller gehen wird, mache ich mir aber auch jetzt Gedanken, wie ich sie gut auf den Übergang vorbereiten kann. Und an diesen Überlegungen lasse ich euch einfach mal teilhaben. Natürlich habe ich dazu auch einiges gelesen, nochmal zum Münchner Modell allgemein, aber auch Tipps und Tricks zur Eingewöhnung, wie diese hier.

  1. Ich habe vorher mit Rebekka über den Übergang gesprochen. Auch wenn sie immer wieder sagt, dass sie eigentlich lieber nicht in den Kindergarten möchte und ich das Gefühl habe, dass es besser wäre bis zum letzten Moment mit dieser Neuigkeit (dass es eben doch in den Kindergarten geht, und zwar diesmal in eine andere Gruppe) zu warten, ist es das natürlich ganz und gar nicht! Stellt euch vor euch sagt jemand am Morgen: Achja, du arbeitest ab heute übrigens in einer neuen Abteilung und dein Job beginnt in ner halben Stunde. Das wäre wirklich gar nicht schön! Ganz im Gegenteil, es würde massiv Stress auslösen, und so ist es natürlich auch bei Kindern.

  2. Ich brauche ihr nicht mehr die Umgebung zu zeigen, weil sie kennt den Kindergarten und auch die Räumlichkeiten und auch Betreuer und anderen Kinder. Trotzdem bin ich vor den Ferien extra mit ihr nochmal durch die neuen Räume gelaufen. Super sind natürlich auch immer Spielenachmittage vor der Eingewöhnung. Also quasi als Eingewöhnung light.

  3. Ich thematisiere ihre Angst (denn sie kann schon deutlich ausdrücken, dass es ihr Angst macht, dass alles neu sein wird), aber vor allem zeige ich ihr auch die ganzen Vorteile, die es hat „ein großes Mädchen“ zu sein! Fortschritt macht manchmal Angst, auch uns. Jedes Mal, wenn wir unsere Komfortzone verlassen wird es unangenehm. Das heißt aber nicht, dass es schlecht ist, meistens sogar ganz im Gegenteil! Denn ihre Freunde sind da, sie bekommt ganz neue Freiheiten und Möglichkeiten und vor allem steht ihr nun der Garten offen, wann und wie sie will. Da sie so ein draußen-Kind ist ist das natürlich das absolute Highlight!

  4. Und vor der Eingewöhnung haben wir gemeinsam einen Trostspender ausgesucht. In der Krippe hatte sie auch immer ein Kuscheltier dabei. Im Kindergarten ist das nicht gerne gesehen, deswegen werde wir jetzt auf einen kleineren Talisman umsteigen, diese Idee fand ich sehr gut. Irgendetwas, was vielleicht in die Hosentasche passt.

  5. Und letztendlich ist die Vorbereitung für Rebekka auch immer eine Vorbereitung für mich. Mein kleines Mädchen wird groß und in solchen Momenten werde ich gerne mal emotional. Weil es aber wenig helfen wird, wenn ich da im Kindergarten losflenne beschäftige ich mich selber auch mit dem Thema Übergang vorher! Und vor allem rufe ich mir in der Situation ins Gedächtnis, dass ich konsequent handeln muss, vor allem bei den Abschieden. Es verunsichert das Kind nämlich nur, wenn man Tschüss sagt, dann kurz hocken bleibt, nochmal fragt, ob alles gut ist, nochmal drückt und dann im Raum rumsteht um noch zu gucken. Wenn man einmal zu der Abschiedssituation gekommen ist, dann wird auch verabschiedet und gegangen! Manchmal gar nicht leicht für mich, weshalb ich mich da auch probiere zu bessern.

Und ich hoffe das reicht. Ich hoffe, diesmal wird es leichter. Wir sind ja schon dabei. Letzten Donnerstag waren wir im Kindergarten um ihr ihr neues Fach zu zeigen und alles offiziell anzuschauen. Auch diesmal schreibe ich euch gerne, wie es läuft, bzw. wie es gelaufen ist. Wenn ich der Meinung bin wir haben es geschafft, gebe ich euch einen Bericht!

Wenn ihr noch Tipps und Tricks habt, verratet sie doch gerne oder schreibt mir eure Meinung zum Thema Eingewöhnung!

Liebe Grüße,

eure Jenny

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