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wmdedgt – wenn du wieder allein mit den Mädels bist?

Der 5. April (wann auch imer das passiert ist! ich wehre mich immer noch standhaft dagegen, dass die Zeit schneller vergehen soll, je älter man ist. Das ist furchtbar, ich habe gerade erst Hannas Geburtstag im Januar gefeiert!) und da heißt es: Frau Brüllen löchert und wieder mit der Frage: Was machst du eigentlich den ganzen Tag (wmdedgt)? Wir sind heute den ersten Tag wieder allein, unser Papa ist gestern für drei Monate abgereist. Wir machen also heute vor allem eins: traurig sein.

Normalerweise nehme ich das sportlich. Wir haben uns beide dafür entschieden, dass unser Papa diesen Job annimmt und es war klar, dass er öfter auch weg sein wird. Normalerweise packe ich das auch gut. Und total leise geflüstert, ganz unter uns: ich kann gut allein sein, wenn ich dann also mal zwei Wochen abends einfach machen kann, wie ich will und was ich will, fühlt sich auch mal ganz angenehm an. Ich vermisse ihn natürlich und es ist eine Umstellung alleine für die Mädels da zu sein, aber normalerweise geht das okay. Diesmal nicht. Ich weine schon seit Wochen. Und die Mädels seit gestern mit. Diesmal ist es wirklich schwer.


Dementsprechend war die Nacht nicht so cool. Die Mädels durften bei mir schlafen, weil sie sich selbst gar nicht beruhigen konnten und wahnsinnig traurig waren und ich mir schon dachte, dass sie bestimmt wach werden.


06:40 hat dann der Wecker geklingelt, ich war erstaunlich wach. Ich bin auch direkt aufgestanden, die Mädels taten sich schwer. Bis 07:40, als Hanna losmusste, hieß es also anziehen, fertig machen, frühstücken, noch ein wenig mit dem Papa schreiben, der noch auf dem Weg ist und gerade aufs Umsteigen gewartet hat. 07:50 sind dann auch Rebekka und ich los. Zum Kindergarten gefahren und erstmal Runde gedreht, weil die Zufahrtsstraße gesperrt ist und man woanders parken und zum Kindergarten laufen soll. Was leicht gesagt ist, wenn es einfach keine wirklich öffentlichen Parkplätze in der Nähe gibt.

Zusammen mit dem Traurig sein, Rebekka die neben mir ständig sagte: hier gibt es keine Parkplätze hier darfst du nicht Parken (als ich mich einfach an eine Bäckerei stellte) ist es dann passiert. Krach Bumm. Bordstein und Stoßstange haben sich Hallo gesagt und meine Nerven lagen um 08:05 einfach schon völlig am Boden. Stoßstange hat natürlich einen großen sichtbaren Schaden. Da habe ich fast zwei Jahre Probezeit geschafft, ohne auch nur irgendwas ins Auto zu hauen und dann das kurz vorher. Aber gut, heißt ja nicht umsonst in der Ausbildung man soll stark emotionsgeladen nicht fahren.

Vom Kindergarten ging es direkt weiter zu meiner Arbeit, 08:30 saß ich im Auto auf meinem Parkplatz und habe gewartet. Und Musik gehört. Und probiert mich zu beruhigen. 08:50 bin ich rein. Arbeiten. Heute war es ziemlich interessant, wenn auch stressig. Ich habe mit den Kindern Eier gefärbt, natürlich genau richtig als Veganerin, ich habe das seit Jahren nicht mehr gemacht und hatte keine Ahnung. Aber die Kinder hatten Spaß und wir hatten eine tolle gemeinsame Zeit. 13:00 hatte ich Schluss. Ins Auto gesetzt und direkt wieder traurig geworden. Beim Lied hören, beim Gedanken an gestern und die Verabschiedung. Beim Gedanken an die nächsten Wochen allein.
13:20 war ich zu Hause, die Mädels noch nicht. Wirklich schön und genau was ich gebraucht hatte. Ich habe in Ruhe gegessen und mir einen Kaffee gemacht habe die nächste Woche geplant und einfach mal meine Gedanken sortiert.

Gegen 15 Uhr bin ich losgegangen Rebekka holen. Ich war zugeparkt, musste mich rauswinken lassen mit Millimeterarbeit. Passt irgendwie zum Tag. Immerhin kann ich wieder in den Kindergarten rein und Rebekka ordentlich abholen. Wir kommen relativ schnell wieder los, ich habe nämlich noch einiges vor. Also zurückfahren und 16 Uhr an unserer Ecke auf Hanna warten. Gemeinsam dann ins Geschäft und Rebekkas ausgesuchten Schulranzen kaufen. Am Samstag waren wir schon probieren (und eigentlich auch wirklich nur das: probieren) und sie hat sich natürlich in das Auslaufmodel verliebt, von dem nur noch einer da war. Ja klasse, also doch gleich gekauft heute. Aber sie war super happy und stolz.


Gegen 16:30 dann noch in den Spielzeugladen bei uns, mit Rebekka, weil ich ein paar Frühlingsbücher mit auf Arbeit nehmen wollte. Um 17 Uhr waren wir wieder oben, Hanna sehr traurig. Als ich Hanna trösten konnte war für Rebekka mit einmal alles falsch. Und blöd. Blöd, dass es Milchnudeln anstatt Milchreis gibt, weil ich gar keinen Reis habe. Eis als Nachtisch gilt nur, wenn Marshmallows raufkommen, was es bei uns nicht gibt, weil sie gar keine essen, also blöd. Blöd, weil der Fernseher nicht angemacht wird (generell unter der Woche eigentlich nicht). Blöd, weil nicht mehr genügend Zeit zum Baden ist, weil das Essen schon auf dem Tisch steht. Blöd. Einfach alles Blöd.


Um 17:30 habe ich endlich beide Mädels am Tisch und das Essen geht auch ganz gut. Milchnudeln für mich und Hanna, Nudeln für Rebekka. 18:30 sind wir fertig. Ich räume auf und schicke die Mädels ins Bad. Eigentlich möchte ich sie schnell Richtung Bett schicken, aber sie spielen und unterhalten sich jetzt schon fast eine halbe Stunde, dass ich mich entschieden habe sie einfach machen zu lassen. Gerade ist nichts blöd, keiner ist traurig. Das ist echt schön.


Aber gleich wird der Abend wohl weitergehen, ich werde beide ins Bett bringen und dann mal sehen, was ich mit meinem ersten Abend allein anfange.


Ich wünsche euch einen schönen Abend,
eure Jenny

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