Freitagsgedanken

Zwischen guten Ideen und Verantwortung

Ich habe mich gefragt, wann eigentlich der Punkt kommt, bei dem man von seinen Ideen, ich nenne es mal überspitzt Idealismus, abweicht und probiert seine etwas auf jeden Fall am Laufen zu halten und die Idee damit eigentlich kaputt macht? Und damit willkommen zu einem neuen Freitagsgedanken. Und ich glaube ihr könnt mir sicher noch nicht ganz folgen, deswegen jetzt mal etwas ausführlicher:

Es gibt Menschen mit tollen Ideen. Und Menschen mit Erfahrungen. Und die wollen dann womöglich ihre Idee oder ihre Erfahrung ein wenig in die Welt tragen, es anders machen als bisher. Ich nehme jetzt mal der Einfachheit halber die Mutter, die sich die ganze Elternzeit über die Schwierigkeit Beruf und Familie zu vereinen beschwert und sich deshalb vornimmt einen Betrieb zu eröffnen, in dem die Vereinbarkeit im Vordergrund steht. Die Werte, die sie für ihre Familie möchte, überträgt sie auf das Unternehmen, stellt Mütter ein und versichert: ich kenne deine Situation nur zu gut, mach dir keine Gedanken.

Läuft das Geschäft, die Idee dann aber an kommen nicht nur die Belange der Mitarbeiter, sondern natürlich auch die der Kunden, Vorgaben und Druck, womöglich Partner und andere eingebundene Personen mit ins Spiel. Und da ist das Mitgefühl für die Mitarbeiter, die früher nach Hause müssen, weil die Betreuung ausgefallen ist, oder weil das Kind krank ist, vielleicht groß, auf einmal zählt aber der Abgabeschluss und die Vorschriften.

Ich möchte gar nicht unterstellen, dass es Menschen gibt, die sich nicht von den äußeren Faktoren einnehmen lassen. Aber ganz ehrlich: es ist auch gar nicht so leicht, sie außer Acht zu lassen. Wenn man eine Dienstleistung anbietet beispielsweise, muss man darauf bauen, dass die Mitarbeiter da sind, um sie auch auszuführen. Wenn man ein Produkt verkaufen möchte, muss auch die Produktion und der Verkauf gesichert sein.

Vielleicht immer noch etwas wirr, aber vielleicht könnt ihr mir auch folgen? Warum komme ich überhaupt darauf? Ganz einfach, weil ich mir öfter denken: das passt jetzt aber gar nicht. Du kennst die Situation doch aus eigener Erfahrung, warum bist du jetzt so hart als Chef? Oder deine Idee ist so toll, aber sie ist mit Familie einfach nicht mehr wirklich realisierbar. Oder oder oder.

Also vielleicht möchte ich ein wenig Platz für Mitgefühl schaffen, denn es ist nicht leicht mit dem äußeren Druck umzugehen. Aber vielleicht auch sensibilisieren dafür, dass der äußere Druck die eigentliche Idee verdeckt.

 

Ich hoffe ihr könnt damit heute etwas anfangen. Natürlich habe ich konkrete Beispiele im Kopf, aber möchte diese nicht herbeiziehen. Deswegen ist es generell gehalten, auch wenn es damit bestimmt schwierig zu verstehen ist.

Liebe Grüße,

eure Jenny

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