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Wusstest du… warum man eigentlich nichts schmeckt, wenn man Schnupfen hat?

Wir hatten dieses Wochenende Besuch von Freunden. Wir waren natürlich frisch einkaufen und haben uns auf verquatschte Nachmittage gefreut, denn wir sehen uns leider nicht sehr häufig; die Entfernung ist zu groß. Doch wieder einmal kam es anders, als ich dachte (und vor allem wollte, aber was kann man schon machen?). Denn: ich wurde krank. So richtig. Ein fetter Infekt, mit einem noch viel fetterem Schnupfen, der mich den gesamten Samstag ans Bett gefesselt hat. Wirklich mies, denn natürlich wollte ich die Zeit mit unseren Freunden genießen, aber außerdem ging mir gegen den Strich, dass man mit Schnupfen einfach nichts schmeckt. Da stand nun reichlich Obst auf dem Tisch, endlich haben wir wieder Avocado gekauft, ich hatte Kuchen gebacken und abends haben wir zusammen gekocht. Und ich habe mit gegessen, und dennoch nichts davon mitbekommen. Warum ist das eigentlich so? Die Geschmacksknospen liegen doch auf der Zunge, wir essen mit dem Mund, was hat also die Nase damit zu tun?

Genau das wollte ich herausfinden und habe mich mal auf die Suche begeben…

Der Geschmacksinn

Viele wissen: auf der Zunge liegen die Geschmacksknospen, die uns zeigen, ob unser Essen salzig, süß, sauer, oder bitter ist. Genau genommen, gibt es aber noch zwei weitere “Grundqualitäten”, wie es in der Fachliteratur heißt. Das sind zum einen umami, ein Geschmack, der an Fleisch erinnert und durch Glutaminsäure hervorgerufen wird und der umstrittene Geschmack fett. Diese fünf, bzw. sechs Grundqualitäten werden durch Sinneszellen, die sich auf der Zunge und in der Rachenschleimhaut befinden, vermittelt. Und das ganz einfach, weil es für unser Überleben wichtig ist unsere Nahrung zu erkennen. Denn gemeinsam mit Geruchs- und Tastsinn kann so relativ simpel geprüft werden, ob Nahrung noch genießbar (sauer und bitter sind Geschmacksrichtungen die auf unreife, vergorene oder giftige Nahrungsmittel hinweisen können), oder voll guter Nährwerte ist (salzig, umami und süß bewerkstelligt das).

Das ist also der Geschmacksinn, so wir ihn allgemein kennen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn zu den Grundqualitäten, die durch die Rezeptoren auf der Zunge und der Rachenschleimhaut geschmeckt werden, kommen beim Essen und Schmecken noch Tast- und Temperaturempfinden und der Geruchssinn.

Aha! Da kommt schon die Nase ins Spiel.

Die Rolle der Nase beim Schmecken

Nicht umsonst, heißen die Geschmacksrichtungen salzig, süß, sauer, bitter, umami und fett “Grundqualitäten”, denn sie sind nur eine grobe Unterscheidung. Wenn wir uns etwas in den Mund schieben, dann merken wir, ob es sich um süßes Popcorn handelt, oder um salziges. Was aber genau passiert, wenn wir eine Kirsche essen, und dann eine Erdbeere? Beides ist süß, wie kann das genau unterschieden werden? Genau an diesem Punkt wird die Nase wichtig. Während wir unser Essen kauen und herunter schlucken, werden kleine Geruchsmoleküle frei gesetzt, die über den Nasenrachen zur Nase hinauf wandern. Dort angekommen docken sie an spezielle Rezeptoren an, die auf feinen Härchen (ne,  nicht die Nasenhaare ;D ) nur auf Input warten, und die den Riechnerv aktivieren. Durch diesen Vorgang wird uns dann bewusst, dass es sich um eine Erdbeere, oder eben eine Kirsche handelt. Während Zunge und Rachen grob die Geschmäcker unterscheiden, ist die Nase also dafür zuständig die feinen Unterschiede herauszufiltern.

Geschmacksverlust durch Schnupfen

Es kommt tatsächlich sehr häufig vor, dass unser Geschmack beeinträchtigt wird, wenn er nicht sogar ganz verloren geht, sobald wir uns erkälten. Aber das, was uns dann so sehr ärgert, lässt sich nun ganz einfach erklären: Ist die Nase zu, dann ist der Geruchssinn blockiert, die Nase streikt und kann damit auch nicht mehr die feinen Unterschiede am Essen herausfiltern. Wir schmecken noch mehr oder weniger die Grundqualitäten des Essens heraus, aber das wars dann auch. (Habe ich übrigens getestet, ist eine witzige Erfahrung, mal direkt darauf zu achten, wonach Essen schmeckt, wenn es scheinbar nach “nichts” schmeckt!)

Das erklärt auch, warum man nicht wieder schmeckt, sobald man Nasenspray verwendet (ich wollte nämlich ganz schlau sein, aber denkste!), denn nur weil der Weg für die Atmung frei ist, heißt dass nicht, dass die Nase wieder voll funktionstüchtig ist. Denn Erkältung und Schnupfen lassen sich nicht wirklich behandeln, es erfolgt eine Symptomtherapie, zum Beispiel mit Nasenspray, die Schwellungen, Entzündungen, und einfach die nervige Putzerei etwas eindämmen soll. Aber der Schnupfen ist damit noch lange nicht behandelt und die Nase noch lange nicht wieder gesund, ergo: kein Geschmack. Wo wir gerade bei der Dauer von Schnupfen sind, kennt ihr den schon: drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er. Dieser Spruch wird in unserer Familie sehr gewissenhaft von Familienmitglied zu Familienmitglied weitergetragen und da ist echt was dran.

Was hilft bei geschwollener Nase?

Nun wissen wir, warum wir nichts schmecken, aber das macht das Essen auch nicht leckerer. Was hilft also?

Ganz grob und knapp habe ich gefunden: ätherische Öle (weswegen inhalieren und Inhalierstifte ja so gut wirken) und die gute alte Zwiebel. Die kann wirklich alles! Eins, zweimal am Tag an einer aufgeschnittenen Zwiebel riechen, das bewirkt wohl, dass die Schleimhäute abschwellen und das Sekret abfließt. Ansonsten sich selber und die Nase schön warm halten und eventuell mal mit Salzwasser spülen. Viel mehr kann man leider nicht machen. Da heißts dann: Abwarten und Tee trinken 😉

In diesem Sinne: bleibt oder werdet schön gesund,

eure Jenny

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