Unterwegs mit Kindern

Unterwegs mit Kindern | Die Burghalde Kempten

Wir sind echte Burgenliebhaber. Gerne schauen wir uns verfallen Gemäuer (wie zum Beispiel die Burg Ehrenberg) oder noch intakte Anlagen an. Schauen, wie die Bewohner damals gelebt haben, oder für was die Burg gebraucht wurde. In unserem Wochenende in Bildern hatte ich euch ja schon kurz berichtet, das wir die Burghalde Kempten besucht haben. Lange habe ich überlegt, ob ich dazu einen eigenen Beitrag schreibe. Aber letztendlich habe ich die Burghalde durch das Internet “empfohlen” bekommen und hätte gerne vorher gelesen bzw. gewusst, für was ich da zahle.

Was ist die Burghalde?

Die Burghalde Kempten ist das Überbleibsel einer der zahlreichen Burgen im Allgäu. Es steht noch ein Turm, das “Wärterhaus”, und die Mauer. Die Burghalde ist nicht groß, trotzdem hat sie ein Burgenmuseum (wie es selber heißt) und klingt ganz spannend.

Das Burgmuseum in der Burghalde Kempten hat den Schwerpunkt „Wohnen und Haushalt auf den Allgäuer Burgen“ und zeigt (wie es auf der Webseite heißt) “in zahlreichen „Zeitfenstern“ die Entwicklungsgeschichte der Allgäuer Burgen vom 12./13. Jahrhundert bis in die Gegenwart”.

Also unsere Erwartungen waren schon groß. Was nicht heißt, das wir viel erwartet haben, nichts pompöses, nichts extraordinäres. Halt ein Burgenmuseum, in der wir etwas über das Burgenleben im Allgäu lernen können. Denn immehrin gibt es “archäologische Funde, historische Originalgegenstände, hochwertige Repliken, Modelle und Zeichnungen  [die einen] faszinierenden Blick ins Mittelalter [bieten]”.

Es ist ein Privatmuseum. Betrieben, ausgebaut und betreut wird das Burgmuseum, wie wir persönlich in einem Gespräch, das ich weiter unten noch ausführen werde, von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Finanziert wird es ausschließlich durch Spenden, Eintrittgeldern und Zuschüßen.

Die Burgahlde Kempten – Lage und Erreichbarkeit

Hier findet ihr die Burghalde/das Burgmuseum:

Allgäuer Burgenmuseum
Burghalde 1
87435 Kempten (Allgäu)

Von der Innenstadt kommt man wunderbar zu Fuß hin. Die Burghalde sieht man, durch ihre Lage auf einem Hügel, schon von weitem und kann defintiv nicht dran vorbeilaufen! Wir haben in der Innenstadt beim C&A geparkt, und sind dann ca. 5 Minuten zur Burghalde gelaufen.

Das erwartete uns in der Burghalde Kempten

Mir liegt es echt fern, irgendetwas aufreißerisches zu schreiben und habe mich auch lange davor gedrückt. Aber tatsächlich erhoffe ich mir einen Nutzen für andere Interessierte. Wir haben 11 Euro bezahlt (2 Erwachsene und eine Familie). Ist jetzt nicht die Welt, aber wenn man einmal gesehen hat, was das “Museum” zu bieten hat, dann empfindet man selbst diese 11 Euro als viel zu viel!

Angefangen hat das ganze damit, dass vor dem Museum eine Mittelaltergruppe irgendetwas geübt oder gemacht hat. Schön in mittelalterlicher Kleidung und mit Kinderspielen und anderen mittelalterlichen Dingen waren die Kinder natürlich gleich interessiert und haben geguckt. Da kam weder ein Hallo, noch irgendetwas anderes. Na gut, wie ich mir dachte und später auch erfahren habe, ist das eine externe Gruppe, die sich in der Burghalde trifft und nichts mit dem Museum zu tun hat. Wir haben dann die Geräusche einer Schmiede gehört und waren schauen. Natürlich super interessant für die Kinder! Aber genau das gleiche, nämlich nichts! Wir sind dann ins Museum. Und das Museum, das war ein Raum. EIN RAUM! Nichts mit zahlreichen Schaufenstern, nichts mit Originale. Man läuft genau eine Runde um den in der Mitte aufgebauten Block herum und schaut auf nachgebildete Teller und Tassen. Ich sage es nochmal: EIN RAUM! Es gibt noch einen Nebenraum, der aber mit einem riesigen Tisch mitten im Raum total verstellt war und der der Mittelaltergruppe als Aufenthalts- und Ablageort diente. Also lag da neben der Pike die Nikon Kamera, so wie man es sich erwartet. Nicht.

Nun gut, auch in einem kleinen Museum kann man viel Lernen und Erleben, wenn es gut geführt ist. War dieses aber definitiv nicht! Die eine Mitarbeiterin, die da war, hat sich kaum für uns interessiert (obwohl wir die einzigen waren). Erst als sie wohl gemerkt hat, das wir uns beschweren, kam sie und hat uns etwas erklärt. Zur negativen Meinung haben aber definitiv auch die negative Stimmung in dem Museum beigetragen. An enorm vielen Gegenständen stand entweder “Leider derzeit defekt” (wie zum Beispiel das Licht an der Ritterrüstung, die vielleicht mit das spannendste gewesen wäre), oder “kein Spielzeug-nicht anfassen”. Klar ist das nervig, wenn ständig alle alles andatschen. Habe selbst genügend Zeit in einem Freilichtmuseum verbracht und auch dort kurz gearbeitet, um zu wissen, dass das stresst. Aber ernsthaft: an jedem 2. ausgestellten Stück? Und so negativ? Nicht berühren reicht doch, aber nein, es muss sein: Kein Spielzeug, Finger weg, Eltern, passen sie auf ihre Kinder auf usw.

Und der abschließende Tiefpunkt war dann, als wir das Museum gerade verlassen haben. Wir sind gerade nochmal auf dem Gelände um die Burghalde herumgelaufen, als Hanna auf Toilette musste. So richtig, wissta bescheid, ne. Also nichts mit mal schnell hintern Baum setzen (obwohl Hanna das eh nicht mehr macht, ist viel zu peinlich). Die öffentlichen Toiletten, die auf dem Gelände zu finden sind, waren allesamt geschlossen bis Mai. Also sind wir zurück zum Museum, da stand zwar an der Tür “keine öffentliche Toilette”, aber immerhin waren wir gerade drin gewesen. Ich frage nach und prompt kommt ein “NEIN! Sowas machen wir nicht”. Die Toilette war direkt neben der Kasse. Ich sage, dass ja nicht ich muss, sondern meine Tochter. “Dann benutzen sie die öffentlichen Toiletten!” Ich muss der Dame erklären, dass die erst ab Mai öffnen und das es einfach keine Möglichkeit gibt, in die Stadt schaffen wir es mit Sicherheit nicht mehr zurück. “NEIN! Wir arbeiten hier nur ehrenamtlich, da haben und lassen wir hier alles privat!”. Und fertig.

Das ist für mich absolut unverständlich und ein Grund dort nie wieder hinzugehen geschweige denn den Laden weiter zu empfehlen. Es ging um ein Kind, das auf Toilette musste! Wie wenig Herz kann man denn bitte haben? Vielleicht hätte ich ihr vorher einen Putzvertrag unterschreiben sollen?

Alles in allem war der Besuch dort eine einzige Katastrophe und ich würde wirklich niemandem zu diesem Museum raten. Es ist weder interessant, noch in irgendeiner anderen Weise lohnenswert.

Anscheinend werden dort auch Führungen angeboten. FÜHRUNGEN! Durch EINEN RAUM! Wie macht man das bitte? Wie viel kann man wohl über Teller erzählen? Vielleicht ist der zweite Raum dann besser organisiert, denn normalerweise gibt es dort wohl Helme und Kettenpanzer, die auch angefasst werden können.

Ich bin wie gesagt jemand, der probiert auch noch in den schwärzesten Momenten und Dingen ein Fünkchen Licht zu finden. Aber hier war das für mich nicht möglich, ganz im Gegenteil habe ich mich wirklich sehr geärgert, dass das ganze neben Nerven und Zeit auch noch Geld gekostet hat. Ich habe mich dann auf der Seite vom Burgmuseum umgeschaut, in der Hoffnung, dass ich noch etwas finde, was das ganze für mich erklärt. War aber nicht so. Vielleicht haben wir einen enorm schlechten Tag erwischt, oder vielleicht haben wir auch einfach zu hohe Erwartungen (an ein Burgen-Museum und die Menschlichkeit). Andere schienen das Museum, laut Gästebuch, ganz anders wahrgenommen zu haben (“Das Allgäu und das Mittelalter lernen wir hier so richtig gut kennen.” ??? “Sehr informativ und anschaulich” Absolut gar nicht!).

Einigermaßen angenehm, wenn auch schon etwas runtergekommen, ist das Gelände um die Burghalde. Dort ist die Freilichtbühne mit Biergarten und großen Ritterspielplatz. Man hat bei gutem Wetter einen tollen Ausblick auf die Alpen und auf Kempten. Das Gelände ist zwar nicht groß, aber bei gutem Wetter hat es bestimmt seinen Reiz!

Hier habe ich für euch eine Gallerie, mit dem Weg zum und um die Burghalde Kempten. Mit einem Klick auf ein Bild gelangt ihr in die Gallerie:

Der Turm war nichts, aber demnächst stelle ich euch einen anderen Turm vor, den wir persönlich sehr mögen, auch wenn er kein Museum besitzt!

Liebe Grüße,

eure Jenny

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