Die Sache mit den Erwartungen

Erwarten sollte man ja grundsätzlich eigentlich nichts so richtig. Weil: es kommt eh immer alles anders. Aber noch etwas ist mir in den letzten zwei Wochen aufgefallen…

In den letzten zwei Wochen war hier einiges los und viel davon hatte mit Umstellungen zu tun. Das Babys so etwas meist nicht so leicht wegstecken ist ja bekannt, deswegen wundert es mich eigentlich nicht. Aber über das Ausmaß war ich doch schon verwundert. Rebekka mag ihren Brei. Und sie isst gerne. Aber die Umstellung… die war nicht so leicht. Sie hatte erhebliche Probleme und auch jetzt noch ist es spürbar, dass ihr ihr Magen zu schaffen macht. Sie hatte fast jeden Tag Blähungen und ist deshalb einfach nicht zur Ruhe gekommen. In der letzten Woche hat es sogar alles getoppt, da hat sie tagsüber höchstens 40 min geschlafen! Und den Rest hat sie gemeckert. Aber auch solche Tage (oder Wochen) muss es wohl geben, sie ist ja immerhin ein Baby.

Und was nun? Nun habe ich weniger mit ihr und ihren Bauchschmerzen (bzw. Fliegergriffen, Massagen, Ölen und Kirschkernkissen) zu kämpfen, als mit meinen Erwartungen an mich und an unser Zuhause. Ich schaffe zur Zeit kaum etwas und spontanen Besuch könnten wir nicht unbedingt empfangen. Ich seh das alles und bin am verzweifeln. Dann merke ich, dass mein letzter Beitrag hier schon eine Woche her ist und das ich eigentlich für letzte Woche zwei andere Beiträge geplant hatte und fühle mich unter Druck gesetzt. Ich merke richtig, wie es in der Brust enger wird und ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Das führt dazu, dass ich morgens aufstehe und mir denke: ich hab keine Lust. Das ist viel, das ist anstregend und ich habe einfach keine Lust. Das man so viel zu negativ in den Tag startet und damit alles nur schlimmer macht ist irgendwie klar, aber was soll man machen? Die Wäscheberge verschwinden ja nicht von allein und niemand anders trägt Rebekka im Fliegergriff durch die Wohnung.

Aber es ist meine Einstellung und vor allem sind es meine Erwartungen, die das alles so schlimm machen! Nicht die Wäsche, nicht Rebekka, sondern alleine, dass ich denke, dass ich alles schaffen muss! Morgens schon mit der Einstellung aufzustehen, dass es anstrengend wird, motiviert nicht, sondern lässt einen auch wirklich nur das Anstrengende sehen. Und wenn da Wäscheberge liegen? Dann sollte das auch egal sein. Da ist ein 5 Monate altes Baby, das mich braucht. Und wenn es schon das 3. Mal Nudeln gibt? Dann freut sich Hanna auch trotzdem noch, selbst wenn es morgen NOCHMAL Nudeln gibt! Und wenn es heute kein Wochenende in Bildern gibt, obwohl ich mich echt bemüht habe ein wenig etwas fest zu halten? Dann auch nicht so schlimm, denn das sieht auf dem Blog vielleicht etwas langweilig aus, aber ich kann es ja nachholen. Vielleicht komme ich heute abend auch noch dazu.

Es ist schlimm, wenn Erwartungen auf uns lasten, die wir uns selber aufgehalst haben. Ich weiß, wie es hier bei uns zu Hause eigentlich aussehen sollte. Das ich waschen muss. Das der Essensplan noch nicht steht für die Woche, und damit auch nicht die Einkaufsliste. Und so viel mehr müsste gemacht werden. Und so setzte ich mich selber unter Druck. Unserem Papa ist es egal, wie es gerade hier aussieht, weil er genau weiß, was gerade los ist. Hanna freut sich, dass sich der Rest der Wohnung gerade an ihr Zimmer angleicht. Und Rebekka? Die ist glaube ich einfach nur froh, wenn ich nicht wie eine Irre durch die Wohnung renne, wenn ich sie mal 5 Minuten ablegen kann um Spüler, Waschmaschine und Dusche anzuschmeißen. Sondern wenn ich einfach mal neben ihr liege, mit ihr spiele und mich nicht darüber ärger, dass ich heute schon wieder nichts geschafft habe, sondern mich freue, dass sie schon wieder so viel größer geworden ist und so ein Spaß dabei hat mit mir zu spielen!

In diesem Sinne liebe Grüße und bis so bald wie möglich!

eure Jenny

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