Freitagsgedanken

Wann ist man wirklich (gemeinsam) glücklich?

In letzter Zeit kamen immer wieder Gespräche auf, in denen es mehr oder weniger darum ging, wann man glücklich ist, oder wann man es eigentlich nicht mehr ist. Wann ist eine Grenze erreicht, bei der man einfach sagt: „nee, das ist es jetzt nicht mehr“? Und dazu herzlich Willkommen zu meinen Freitagsgedanken.

Das Thema Glück ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Gibt es schon keinen Sinn im Leben, kann man wenigstens anstreben glücklich zu sein. Glück haben und glücklich sein taucht dann auch in fast allen Bereichen des Lebens auf.

Ich erinnere mich an einen Klassenkameraden der mal zu mir sagte: ich suche die 100%, drunter gehe ich nicht. Und ich fand das mutig, nicht romantisch. Und natürlich setze ich jetzt einfach mal Liebe mit glücklich sein gleich.

Ich bin der Meinung, 100% kann man haben. Vor allem in einem Moment. Oder einem Abschnitt. Aber 100% auf ewig? Dann verlangt man entweder, dass der eigene Partner sich genauso entwickelt wie man selbst oder spricht sich und seinem Partner ja jegliche Entwicklung ab. Und das heißt nicht, dass ich nicht daran glaube, dass Menschen dazu gemacht sind lange zusammenzubleiben. Ganz im Gegenteil, ich bin davon überzeugt, dass das geht. Aber ich denke eben, dass beide Menschen sich entwickeln, und dass diese Entwicklung nicht immer im Einklang sein muss.

Dann ist ja eher die Frage: wie gehe ich damit um, wenn der eigene Partner (oder die Kinder, Freunde und Familie) auf einmal anders sind, als ich es mag, oder sogar tolerieren kann. Und das ist natürlich eine persönliche, individuelle Grenze. Was ist, wenn da jemand ist, der auf einmal Seiten zeigt, mit denen ich gar nicht umgehen kann? Oder die mich ärgern? Oder nerven? Dann sind das ja rein theoretisch keine 100% mehr.

Aber kommen wir mal von diesem Beispiel weg (aber bleiben bei dem gemeinsamen und nicht persönlichem Glück). Auch wenn man keine 100% in einer Partnerschaft (jeglicher Art) anstrebt, möchte man ja glücklich sein. Die Frage „Was ist das eigentlich“ ist zu schwer. Nicht beantwortbar. Behaupte ich jetzt einfach mal. Klar ist auf jeden Fall: das ist super individuell. Das merke ich immer wieder bei Gesprächen. Ich persönlich finde es nicht schlimm sich zu zanken. Wegen mir auch zu streiten, wenn es nicht aus dem Ruder läuft, bzw. wieder geklärt wird. Bei anderen merke ich: das geht doch nicht: wer sich streitet, ist nicht glücklich.

Ich persönlich meine, Streiten hat nichts mit Glück zu tun. Es kommt auf die Art und Häufigkeit des Streits an, und wie man damit umgeht. Für mich ist Glück da nicht die Abwesenheit von Ungereimtheiten und Zündstoff, sondern hinterher das Vertragen und drüber lachen. Nicht das permanent gemeinsame Lachen, sondern das Gefühl von Verbundenheit.

Und für dich?

Liebe Grüße,

eure Jenny

PS: Freitagsgedanken gibt es jetzt auch auf Instagram!

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