Tänzelfest in Kaufbeuren 2017 ein Stadtfest mit Geschichte

Letztes Jahr hatte ich euch vom Tänzelfest berichtet, und davon, wie begeistert wir waren. Ich mag Stadtfeste, ich mag Mittelalterfeste. Beim Tänzelfest wird beides gepaart, hinzu kommt eine mega Stimmung, es scheint wirklich die ganze Stadt auf den Füßen zu sein. Wir haben uns ein Jahr lang gefreut, haben gewartet und uns ausgemalt, wie es wohl dieses Jahr werden würde.

Das wir letztendlich nicht das ganze Tänzelfest besuchen konnten, habe ich euch ja schon in unserem Wochenende in Bildern berichtet – Hanna ist Samstag ganz plötzlich krank geworden. Trotzdem haben wir es geschafft uns das Lagerleben teilweise anzuschauen und Montag waren wir beim Umzug. Und für beides möchte ich euch nun einen kleinen Einblick geben, vielleicht seid ihr ja nächstes Jahr auch im Allgäu und habt Lust vorbei zu schauen? Lohnen tut es sich auf alle Fälle.

Worum geht es überhaupt?

Das Tänzelfest ist ein riesiges Stadtfest, das über fast zwei Wochen gefeiert wird. An den Haupttagen sind in der gesamten Innenstadt Lager aufgebaut, in dem Freitag und Samstag Nacht das Lagerleben genossen werden kann. Abgeschlossen werden die Hauptfesttage mit einem  Festumzug, bei dem Kinder die Geschichte ihrer Stadt nachspielen. Kapellen der umliegenden, eingemeindeten Dörfer spielen zu dem Marsch der Kinder, der durch die ganze Innenstadt geht. Aufgeteilt in zehn Gruppen werden von den Kindern verschiedene Epochen und Zünfte dargestellt. Mehr Infos gibt es auch auf der Internetseite des Tänzelfests.

Was macht das Tänzelfest so besonders?

Sobald viele Menschen auf einem Fleck sind und die Stimmung irgendwie gut, ausgelassen ist, wird man ja meistens mitgerissen. Aber das hier ist nochmal anders. Massen, wirklich Massen an Menschen sind an den Hauptfesttagen in der Innenstadt unterwegs und zwar so gut wie alle in Tracht oder mittelalterlicher Kleidung. So gut wie jede Frau und jedes Mädchen haben mindestens geflochtene Haare, meist Haarschmuck, in Form von Blumen, in den Haaren. Es ist, als würde man direkt in eine andere Zeit katapultiert werden!

Kleine Kinder und erwachsene Mensch laufen mit Trommeln durch die Gegend, jeder dritte hat Glöckchen am Fußgelenk. Überall klimpert und trommelt es, die Stadt ist ein einziges Fest. Um 1 Uhr nachts endet das Lagerleben, dann ist es wieder ruhig. Aber bis dahin hört man fast ununterbrochen Musik.

Ich wurde selten so mitgerissen von der Stimmung, wie beim Tänzelfest. Es ist alles stimmig. Nicht nur die Schausteller, Budenbetreiber und Heimatvereine passen ins Bild, sondern auch alle Besucher. Eigentlich gibt es gar nicht so etwas wie Betreiber und Besucher, alles ist durchmischt, alle feiern miteinander.

 

Das Lagerleben

Durch die Bauarbeiten in der Kaufbeurer Innenstadt musste das Lagerleben dieses Jahr verkleinert werden. Nichtsdestotrotz gab es zahlreiche Buden und die Lager waren genauso schön hergerichtet, wie im vergangenen Jahr. Vor dem Rathaus waren wie immer Tribünen aufgestellt, auf denen man die Eröffnung und einzelne Vorstellungen anschauen konnte. Neben den einzelnen Musikkapellen gab es Schaukämpfe der Ritter zu Wasserstein, die in einem kurzen Stück die Geschichte um Otto den Faulen zeigten.

Vor allem für Kinder gab es zahlreiche Buden und Spiele, sodass es auch für sie gewiss nicht langweilig geworden ist. Zum Beispiel gab es im Hof des Puppentheater Museums eine ganze Wiese mit mittelalterlichen Spiele für Kinder.

Die einzelnen Lager laden natürlich dazu ein, sich zu setzen, wirklich köstliche Speisen zu sich zu nehmen und das ein oder andere Getränk zu trinken, wobei man meist erstmal raten (oder fragen) muss, was das denn ist. Wikingerblut? Oder man lässt sich einfach überraschen. (: Nur von einem kann man ausgehen: es ist zu 100% hochprozentig.

Schwierig ist es mit Baby, bzw. mit dem Kinderwagen unterwegs zu sein. Auf der Internetseite des Tänzelfests wird davon natürlich abgeraten, aber wer möchte schon 2 (3, oder 6) Stunden lang sein Baby herumtragen? Ganz davon abgesehen werden die Lagerleben erst 19 Uhr, bzw. am Samstag 18 Uhr eröffnet und somit ist die Schlafenszeit der Kleinen meist nicht weit. Die Großen halten natürlich gut durch und selbst um 23 Uhr sieht man noch überall Kinder auf den Straßen, aber die Babys schlafen dann, und das vorzugsweise im Kinderwagen.

Mit dem Kinderwagen kommt man aber nicht überall lang. Die Straßen, vor allem um das Rathaus, sind extrem voll und ein Durchkommen ist dort fast unmöglich, selbst ohne Kinderwagen dauert es ewig. Zwei Lager liegen am Fünfknopfturm, an die man nur über Treppen, oder einem längeren Weg mit Straße kommt. Eins der Lager, das Castellum Vagantium, allerdings ist so eng, dass wir es uns nicht anschauen konnten, obwohl es wirklich gemütlich (und vor allem lecker!) aussah. Schade, denn dieses Lager wurde 2016 zum schönsten Lager gewählt und wir hätten gerne einen Blick hinein geworfen.

 

Der Festumzug

Diesmal haben wir den Festumzug nicht am Rathaus angeschaut, sondern haben entlang der Strecke gestanden. Da ich nicht wusste, wie lange Rebekka mitmachen und warten würde, wollte ich nicht in einer Menge stehen oder sitzen (eher stehen). Außerdem haben wir uns einen Platz mit Brunnen ausgesucht, sodass die Kinder bis zum Beginn noch am Wasser plantschen konnten, denn auch wie letztes Jahr war es sehr sehr warm und das Warten wirklich mühselig. Ich bin mit Hanna und Rebekka um 13 Uhr losgegangen, etwa 13:30 hatten wir ein Fleckchen gefunden, das groß und schattig genug war. Von da an mussten wir noch eine Stunde bis 14:30, dem offiziellen Start des Umzuges, warten.

Ich war überrascht, wie schnell der Umzug von statten ging. Am Anfang der Strecke (am Rathaus) sind noch viele und längere Pausen zwischen den einzelnen Gruppen, mitten auf der Strecke kommen die einzelnen Gruppen, Kapellen und Gespanne dicht aufeinander. So war er dann auch viel schneller vorüber.

Der Umzug war wieder sehr schön. Wieder war ich erstaunt, wie diese kleinen Kinder so ein großes Durchhaltevermögen haben können. Die Strecke ist lang, es ist warm und die meisten Kinder winken oder tragen fast die ganze Strecke durchgehend etwas. Man hat zwar einigen Kindern angesehen, wie schwer das war, aber der Großteil war freudig dabei.

Es bleibt aber auf jeden Fall zu sagen, dass das Warten an der Strecke vor allem dazu da zu sein scheint, um mitlaufende Familienmitglieder zu sehen und zu fotografieren. Hier war alles etwas familiärer und die Geschichte ist etwas in den Hintergrund gerückt. Aber klar, denn entlang der Strecke fehlen komplett die Kommentare, die am Rathaus zu den einzelnen Gruppen gemacht werden. Wer also an der Veranstaltung der Geschichte wegen interessiert ist, oder den Umzug das erste Mal sieht, sollte sich wirklich an der Hauptstrecke (rechtzeitig!) einen Platz organisieren, am besten in einem der Eiscafés (denn dort ist es schattig, man hat einen gesicherten, halbwegs bequemen Platz und man bekommt Eis 😉 ).

Hier noch ein paar Bilder vom Umzug:

Uns hat dieses Tänzelfest wieder gefallen, auch wenn wir nicht alles anschauen konnten. Wir freuen uns schon wieder auf nächstes Jahr. Dann ist Rebekka etwas größer und die Baustelle in der Innenstadt ist weg, sodass es sicher wieder toll wird. ICh werde euch gewiss davon berichten (:

Beste Grüße,

eure Jenny

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