WMDEDGT – Ein Tag mit einem kranken Baby 05.Juli 2017

Es ist der 5. Juli und wie auch an jedem anderen 5. eines Monats fragt Frau Brüllen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Und es gibt Tage, die ziehen nur so vorbei, Tage, die sind voll gepackt, Tage, die konnte man sich irgendwie freiarbeiten. Und dann gibt es Tage, an denen man mit dem kranken Baby zu Hause ist. Wenn das eigene Kind oder Baby krank ist, wird alles anderes außer Kraft gesetzt. An vorderster Stelle stehen nun mehr als deutlich und mehr als sonst die Bedürfnisse dieses kleinen Winzlings.

Und das ist so tragisch. Wir kennen es selbst, wie wir uns fühlen, wenn wir krank sind. Alles tut weh, es ist warm, dann ist es kalt, wir sind müde und mit einmal haben wir Durst. Und das alles im Sekundentakt. Alles, unsere Gefühle, unsere Beschwerden, unser Zustand, ändern sich ständig. Und wir können uns mitteilen. Wir können sagen, was wir brauchen, ob uns kalt, oder warm ist. Babys können das noch nicht und ihnen zu helfen ist damit umso schwieriger.

Rebekka ist seit gestern krank. Rückblickend betrachtet hätte man die Anzeichen vielleicht auch früher sehen können, aber mit dem Zahnen ist das ja immer so eine Sache, da schiebt man das Meiste gerne mal auf die dicke Schnute. Nun hat es sie aber richtig erwischt, seit gestern liegt sie fast durchgehend mit knapp 40° Fieber bei mir. Auf mir. Ihr zu erklären, dass meine Körperwärme nicht gerade hilfreich ist, ist wohl unmöglich. Sie braucht meine Nähe und die kann sie auch gerne haben. Und dementsprechend gestalten sich auch die Tage.

Unser Tag

06:30: Rebekka wird weinend wach, ich beruhige sie aber und lege sie wieder hin, damit wir jeden Moment Ruhe nutzen können, den wir bekommen.

07:10: der Wecker klingelt. Hanna kommt herüber und Rebekka bekommt wenigstens für einen Moment gute Laune. Gestern habe ich Hanna zu Hause gelassen, weil ich mit Rebekka so fiebrig nicht das Haus verlassen wollte (außer zum Kinderarzt). Aber heute soll sie in den Kindergarten, damit Rebekka nicht wieder an das Schlafzimmer gefesselt ist, wenn sie sich ausruhen möchte.

08:05: Wir sind fertig angezogen, haben gefrühstückt und haben Hannas Tasche gepackt. Heute sollen es 28° werden und Hanna nimmt ihre Badesachen mit in den Kindergarten. Rebekka hat 39,5° Fieber, kein guter Start in den Tag. Wir gehen los zum Bus.

08:45: Ich bin zurück und mache Rebekka und mir ein Brot, danach geht es gleich ins Bett. Ich bin auch erledigt, die Nächste sind zur Zeit nicht gerade lang.

10:30: Rebekka wacht wieder auf und wir gehen etwas trinken. Ich bin froh, dass sie wenigstens gut trinkt, das war bei Hanna immer ein Problem. Essen klappt dafür leider nicht so gut, aber das ist ja bei den meisten so, wenn sie krank sind.

11:00: Rebekka ist furchtbar warm. Ich führe einige Telefonate und trage sie dabei auf dem Arm durch die Wohnung, absetzten ist unmöglich. Als ich fertig bin messe ich nochmal ihre Temperatur: 39,8°, definitiv Zeit für ein Zäpfchen. Ich gebe es ihr und warte ein wenig, bis ich merke, dass sie zur Ruhe kommt und nicht mehr glüht. Dann nehme ich sie in die Manduca, weil ich dringend Essen vorbereiten muss und mich nicht schon wieder mit ihr hinlegen kann. Ohne mich will sie nicht schlafen. Ihr Schlaf ist auch so leicht, dass sie sofort wach wird, sobald ich auch nur eine Hand bewege.

12:00: Ich schäle Äpfel und bereite das Apfelkompott für heute Abend vor, es soll Kartoffelpuffer geben. Ich mache mir noch ein Müsli und einen Kaffee und setze mich an den Rechner.

12:30: Rebekka ist wieder wach und fröhlich. Das Zäpfchen wirkt also gut. Sie geht sogar alleine in ihre Spielecke und spielt kurz.

13:00: Meine Mutter ruft an und wir telefonieren etwas, Rebekka streift durch die Wohnung und schaut sich um.

13:30: Rebekka wird wieder maulig und ich mache sie schlaffertig. Essen mag sie nicht so richtig, also stille ich sie bloss.

14:00: Rebekka ist auf mir eingeschlafen. ich habe es mir mit ihr auf der Couch bequem gemacht und lasse sie ausruhen. Ich habe mir zwar den Laptop mit auf die Couch genommen, aber richtig arbeiten kann ich nicht, mit dem Baby auf dem Arm. Also sitze ich größtenteils nur da und lese kurz ein paar Artikel auf dem Handy.

14:30: Rebekka ist wieder wach und scheint wirklich ausgeruht zu sein. Sie ist relativ fröhlich, die Temperatur liegt aber immer noch/wieder bei 39,7. Wenn das so weitergeht werde ich morgen wieder zum Arzt gehen, schauen, woran es liegt. Im Verdacht habe ich das 3-Tage-Fieber. Ich mache ihr einen Smoothie und ich hoffe, dass ich so ein paar Vitamine in sie reinbekomme. Sie tirnkt gut und ich bin etwas beruhigt. Ich beschließe Hanna erst um 16:00 Uhr abzuholen, da ich denke, dass sie im Kindergarten bei dem guten Wetter mehr Spaß hat, als zu Hause mit der kranken Rebekka. So kann sie wenigstens draußen spielen.

16:00: Bis hier hin haben wir uns die Zeit vertrieben mit Spielen, Trinken, Ausruhen, Täschchen packen, nun fahren wir Hanna abholen.

16:45: Wir sind wieder zurück, haben uns um unseren Minigarten gekümmert und Rebekka möchte wieder schlafen. Ich bereite die Kartoffelpuffer vor. Ich mache sie seit neustem selber, die sind sooo viel leckerer, als die gekauften. Eigentlich ist das ja immer so, zum mindestens fällt mir spontan nichts ein, was gekauft (im Supermarkt) besser schmeckt, als selbst gemacht/-kocht/-backen?! Rebekka bekommt Nudelsuppe und isst sogar ein kleines Schälchen.

Zwischendurch spiele ich mit Hanna und wir singen. Irgendwie singen wir oft in letzter Zeit. Vor allem der Soundtrack von Vaiana hat es uns angetan, auf die Melodien kann man wunderbar eigene Lieder kreieren.

Alles zieht sich hin und 19:00 Uhr sind wir fertig. Ich mache Hanna gleich bettfertig, Rebekka quengelt schon wieder, weil sie auch müde ist.

19:30: Hanna ist fertig im Bett, ich habe ihr ihre Geschichte vorgelesen und nun darf sie noch ein Hörbuch hören. Rebekka ist auch bettfertig, kommt aber nicht zur Ruhe. Sie hat 39,8°, also gebe ich ihr noch ein Zäpfchen. Ich kann mich nicht mit ihr hinlegen, weil ich noch einiges erledigen muss, also kommt Rebekka mit mir nach vorne ins Wohnzimmer. Mit dem Zäpfchen geht es ihr auch gleich viel besser und sie scheint gar nicht mehr müde zu sein. Sie tigert mit dem Lauflernwagen durch die Gegend und spielt.

20:00: Ich mache mir Musik an und bin froh, dass der Tag vorbei ist. Ich erwarte nicht, dass der Tag morgen anders laufen wird. Rebekka sieht richtig krank aus, das arme kleine Würmchen fühlt sich sicher total miserabel. Ich hoffe, dass man morgen wenigstens eine kleine Besserung sehen kann, vor allem, dass ich auf die Zäpfchen verzichten kann.

21:00: Rebekka ist müde, kommt aber nicht zur Ruhe. Das Fieber ist auf 38,5° gesunken, ich nehme sie nochmal in die Manduca, mache den Beitrag fertig, mache noch das ein oder andere am Schreibtisch und dann geht es auch für mich ins Bett. Die Nächte sind kurz zur Zeit, da kann ich nicht so spät schlafen gehen, wenn ich den nächsten Tag präsent und funktionstüchtig vor meinen Kindern stehen möchte.

Also habt einen schönen Abend,

eure Jenny

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